IEF, 5.12.2017 – Frauen, die hormonell verhüten, haben einer bevölkerungsbasierten Studie im American Journal of Psychiatry zufolge ein erhöhtes Suizidrisiko. Besonders gefährdet seien junge Frauen in den ersten Monaten der Anwendung.

Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, hatte 2016 ein Forscherteam um Øjvind Lidegaard vom Rigshospitalet in Kopenhagen herausgefunden, dass jungen Frauen, die eine hormonelle Verhütung (Antibabypille, Vaginalring, Kontrazeptiv-Pflaster) durchführen, häufiger Antidepressiva verschrieben bekämen. Sie würden zudem häufiger in psychiatrischen Kliniken wegen Depression behandelt. Besonders gefährdet wären jüngere Frauen und der Einsatz von Gestagen-haltigen Verhütungsmitteln berge ein höheres Erkrankungsrisiko. Die zur hormonellen Verhütung eingesetzten Östrogene und Gestagene sollen das Gemüt beeinflussen. Insbesondere den Gestagenen werde eine Förderung von Depressionen nachgesagt.

Am 17.11.2017 veröffentlichte das Team wiederholte Untersuchungen mit dem Endpunkt Suizidalität. Dazu wurden knapp eine halbe Million Däninnen im durchschnittlichen Alter von 21 Jahren über einen Zeitraum von 8,3 Jahren beobachtet. In diesem Zeitraum kam es bei den Frauen zu 6.999 Suizidversuchen und 71 vollendeten Suiziden. Die Ergebnisse zeigten, dass es im Vergleich zu Frauen, die im Untersuchungszeitraum niemals hormonell verhütet hatten, bei den Anwenderinnen 1,97-fach häufiger zu einem Suizidversuch und 3,08-fach häufiger zu einem vollendeten Suizid gekommen sei. Die stärkste Assoziation sei zwei Monate nach Beginn der hormonellen Verhütung feststellbar gewesen.

Weitere Nebenwirkungen, die durch die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln auftreten können, sind etwa Zwischenblutungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Veränderungen der Libido, Appetitsteigerung, Übergewicht, erhöhtes Thromboserisiko, erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko usw. Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko wird diskutiert, soll aber nicht belegt sein. Nachweislich vermindere die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln die Wahrscheinlichkeit, an Eierstockkrebs und an einem Karzinom der Gebärmutterschleimhaut zu erkranken. Hormonelle Verhütungsmittel zählen zu den sichersten Verhütungsmethoden.

Immer bekanntere und von einem breiteren Publikum genützte sichere Alternativen zur hormonellen Verhütung bieten die symptothermale Methode (Rötzer-Methode) oder das Fertilitycare NaProTechnology Programm. Die Zuverlässigkeit der beiden Methoden, bei denen die Frau ihren Zyklus analysiert, ist vergleichbar mit hormonellen Verhütungsmitteln. Neben der Nützung der Methode zur Verhütung von Schwangerschaften, können die Methoden auch zu der Erfüllung eines Kinderwunsches (und zur Vermeidung von Fehlgeburten beitragen), da die fruchtbaren Tage genau von den unfruchtbaren unterschieden werden können. Kürzlich berichtete RTL  von einer Engländerin, die trotz eines Polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS) durch Temperaturmessung schwanger wurde. Durch die Beobachtung ihres Zyklus anhand eines Ovulationstrackers namens ‘OvuSense’, der ihre Körpertemperatur und die Ausschüttung des Hormons Progesteron (das vermehrt um den Eisprung herum produziert wird) überwachte, konnte sie einen Eisprung feststellen. Die Beobachtung zeigte, dass die angeblich unfruchtbare Frau einen Eisprung hatte, der nur verhältnismäßig spät im Zyklusverlauf stattfand.

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