Leihmutterschaft
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DE / Reproduktionsmedizin: Zum Missbrauch gezeugt?

IEF, 08.06.2020 – Um seine pädophilen Neigungen zu befriedigen soll ein Deutscher ein Kind von einer Leihmutter austragen haben lassen.

Wie der Tagesspiegel berichtet, steht ein 38-jähriger Deutscher vor Gericht, dem vorgeworfen wird, die „Anschaffung“ seines Kindes im Wege einer Leihmutterschaft in Zypern habe dem „Ausleben der pädophilen Neigung“ gedient. „Es war immer mein Ziel, einen Jungen haben zu können“, schrieb der Angeklagte in einem Chat. „Bilder ersetzen keinen Jungen“.

Homosexueller mit Kinderwunsch

Die Verteidigung des Deutschen stellt die Geschehnisse naturgemäß anders dar: Der homosexuelle Mann habe einen großen „Kinderwunsch“ gehegt, für dessen Erfüllung er einen Weg gesucht habe. Da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist, sei er ins Ausland gegangen. Nach der Geburt eines gesunden Buben im August 2016 sei ihm in einem Gerichtsverfahren in Zypern das Sorgerecht zuerkannt worden. „Die Leihmutter verzichtete auf das Sorgerecht“, so die Verteidigerin. Was für den Verzicht bezahlt worden sei, ist unklar.

Jugendamt ahnungslos

Zurück in Deutschland überzeugte der Angeklagte eine Mitarbeiterin des Jugendamtes Marzahn-Hellersdorf, dass das Kind aus einer Beziehung stamme, die Mutter des Buben ihn jedoch für einen anderen Partner verlassen habe. Er sei vor die Wahl gestellt worden: „Abtreibung oder ich nehme das Kind“. Im Jugendamt war offensichtlich nicht bekannt, dass der Alleinerziehende wegen Besitz von Kinderpornografie bereits vorbestraft war. Er wurde im September 2017 zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Allerdings gab es damals keine Hauptverhandlung. Das Urteil erging per Strafbefehl, wie der Tagesspiegel schreibt.

Missbrauch am eigenen Sohn

Der Missbrauch soll laut Anklage begonnen haben, als der Bub zwei Jahre alt war. Die sexuellen Übergriffe auf sein wehrloses Kind soll der Pädophile gefilmt haben. 16 Übergriffe von Juni bis Oktober 2019 sind jetzt angeklagt. Ein Urteil in dem Prozess soll es noch im Juni geben.

Auswüchse der Leihmutterschaft

Welch entsetzliche Folgen Leihmutterschaft noch haben kann, zeigt sich in Zeiten der Corona-Pandemie am Fall der in der Ukraine gestrandeten Babys – das IEF hat berichtet. Auch in Georgien sind dutzende Babys betroffen, wie BioEdge schreibt.  Nach Angaben der Nachrichtenseite Eurasianet sind es mindestens 40, die auf die Abholung ihrer Bestelleltern aus der ganzen Welt warten. Doch die Dunkelziffer ist wohl weitaus höher: nur vier der zehn börsennotierten Leihmutterschaftsagenturen in Georgien beantworteten die Anfrage von Eurasianet. (KL)

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