DE / Familie: WhatsApp fördert angeblich innerfamiliäre Kommunikation

IEF, 24.10.2017 – Eine Studie des Münchner Kantar TNS-Instituts ergab, dass Messenger-Dienste wie WhatsApp und Skype den Dialog mit Familie und Freunden fördern würden.

Positives Ergebnis: Messenger fördert Kommunikation

Medienberichten zufolge wurden bei der Onlinebefragung mehr als 2.000 Menschen befragt. 65 Prozent der Befragten gaben an, über Messenger-Dienste eher darüber Bescheid zu wissen, wie es Familie und Freunden gehe. 56 Prozent informiere sich per Messenger über die Aktivitäten der Verwandten.  Die TNS-Studie ersetze allerdings laut Studie nicht das persönliche Gespräch. Für 84 Prozent der Befragten war die Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht immer noch die wichtigste Form der Kommunikation mit Familienmitgliedern. An zweiter Stelle stehe schon WhatsApp mit 59 Prozent, auf Platz drei rangiert das Telefon.

Datensicherheit

Auf der Website t3n werden genauere Informationen über WhatsApp und vergleichbare Anbieter  bereitgestellt. Der Messenger-Dienst WhatsApp, der 2014 von Facebook gekauft wurde, wird von rund 1 Milliarde Usern täglich benutzt, die 55 Milliarden Nachrichten versenden. Obwohl so viele Menschen den Messenger nutzen, steht der Anbieter immer wieder in Kritik und schnitt in Tests der Stiftung Warentest nicht gut ab. Nach dem Test 2015, bei dem WhatsApp im unteren Mittelfeld gerankt wurde, führte das Unternehmen eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein und wurde damit angeblich zu einem der sichersten Messenger Anbieter. Nichtsdestotrotz sammle das Unternehmen Telefonnummern und Metadaten, die aber angeblich nicht an den Mutterkonzern Facebook weitergegeben werden dürften.

Risiken der Mediennutzung

Immer wieder wird auf die Risiken der Mediennutzung u.a. in Bezug auf das Kommunikationsverhalten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen hingewiesen. Eine Studie der Rheinischen Fachschule Köln hatte unter Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der deutschen Bundesregierung, Marlene Mortler, Ende Mai 2017 auf die Gesundheitsgefährdung von Kindern und Jugendlichen durch übermäßigen Medienkonsum aufmerksam gemacht.  Neben (Sprach-)Entwicklungsstörungen, motorische Hyperaktivität und Konzentrationsschwierigkeiten durch intensive Mediennutzung bei unter 6-jährigen, gingen Experten mittlerweile von etwa 600 000 Internetabhängigen und 2,5 Millionen problematischen Nutzern in Deutschland aus. Prof. Dr. Rainer Riedel, Arzt für Neurologie/Psychiatrie, Psychotherapie und Direktor des Instituts für Medizinökonomie und medizinische Versorgungsforschung der Rheinischen Fachhochschule Köln zog bei der Veröffentlichung der Studie folgendes Fazit, das insbesondere auch die Nutzung von Kommunikationsmitteln wie WhatsApp betrifft: „Aus der Studie ergibt sich, dass der richtige Umgang mit den digitalen Medien, die durchaus einen berechtigt hohen Stellenwert in Beruf und Gesellschaft eingenommen haben, frühzeitig kontrolliert geübt werden soll. Dabei müssen soziale und ethische Werte wie Verantwortung, reale Kommunikation, Teamgeist und Freundschaft auf allen Ebenen der Erziehung gefördert werden. Kinder und junge Menschen sollen lernen, die Vorteile einer inzwischen globalen digitalen Welt zu nutzen, ohne dabei auf die Erlebnisse mit Freunden im Alltag zu verzichten.“

Der richtige Umgang mit Messenger-Diensten beschäftigt mittlerweile auch die Gerichte, wie der Bericht des Instituts für Ehe und Familie (IEF) über einen Obsorgestreit in Bad Hersfeld/Deutschland gezeigt hat.

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