IEF, 9.10.2019 – Am Wochenende 5./6.10.2019 drangen Pro-Life-Gegner in das Beratungszentrum der Schwangerenberatung 1000plus ein, beschmierten Wände und schlugen Fenster ein. In einem „Bekennerschreiben“ rechtfertigen sie den Anschlag mit ihrem Kampf für den Feminismus.

1000plus- Europas größte Pro-Life-Beratungseinrichtung

1000plus ist ein Projekt des Vereins Pro Femina e.V., das Frauen im Schwangerschaftskonflikt kompetent beraten und ihnen „jede erdenkliche Hilfe zur Verfügung“ stellen möchte. „Die kompromisslose Annahme, der Respekt und die Solidarität mit der Schwangeren in ihrer akuten Lebenssituation bezeichnen die Grundlage unserer Beratung für Schwangere in Not und machen Entscheidungen für das Leben erst möglich.“, so der Verein über seine lebensbejahende Ausrichtung (Das 1000plus Beratungskonzept finden Sie >>hier). Der Verein stellt keine Beratungsscheine aus, die in Deutschland für den straffreien Schwangerschaftsabbruch notwendig sind. Dadurch ist 1000plus nicht Teil des staatlichen Beratungssystems im Schwangerschaftskonflikt. Im Jahr 2018 beriet der spendenfinanzierte Verein über 16.000 Frauen im Schwangerschaftskonflikt. Von den Frauen, die 2018 ihre endgültige Entscheidung mitteilten, haben sich 65 % für das Leben mit ihrem Kind entschieden. 1000plus stellt nach eigenen Angaben das größte Pro-Life-Beratungsangebot bereit, das es in Deutschland und Europa gibt.

Mediale Verfolgung seit Monaten

Bereits seit Monaten wird 1000plus medial angegriffen und von Jungsozialisten, Feministinnen und sogenannten Pro-Choice-Vertretern als Gruppe „christlicher Fundamentalisten“ kritisiert, die Frauen „in ihrem Recht auf selbstbestimmte Entscheidung einschränken“ würden. Nachdem 1000plus neben Heidelberg und München ein weiteres Beratungszentrum in Berlin eröffnete hatte, fand dort im August eine Demonstration unter dem Slogan „Kundgebung Pro Choice statt Pro Femina“ statt. Die organisierende Gruppe, die sich offenbar „What the fuck?! My Body! My Choice!“ nennt und sich als Teil eines „Netzwerks von linksradikalen Pro-Choice-Aktivisten“ versteht, verlangte die Schließung des Beratungszentrums am Kurfürstendamm.

Frauen wünschen sich Beratung, keine Ideologie

Die Gegner von 1000plus – unter ihnen der „Humanistische Verband Berlin-Brandenburg“, die „Jusos Berlin“, das Online-Magazin „bento“, die „Antifa Westberlin“, „Die Linksfraktion Charlottenburg-Wilmersdorf“ und die Abtreibungsärztin Kristina Hänel – wollen das Verbot von privaten Schwangerenberatungsorganisationen erreichen. Dass die angeblichen „Pro-Choice“-Befürworter genau dadurch Frauen entmündigen und ihnen die Wahlfreiheit nehmen, sich die gewünschte Beratung selbstbestimmt auszusuchen, ist ihnen dabei nicht bewusst. „Es scheint so zu sein, dass sich unsere Kritiker nicht vorstellen können und wollen, dass Schwangere in Not sich um der Beratung willen an Pro Femina wenden. Dass sich eine solche Frau tatsächlich Rat wünscht. Dass sie sich eine Beraterin an ihrer Seite wünscht, die ihr zuhört, ohne zeitliche Begrenzung für sie da ist, mit ihr nach Lösungen sucht und mit ihr Alternativen zu einer Abtreibung erarbeitet!“, so Kristijan Aufiero, Vorstandsvorsitzender von Pro Femina.

„Glauben ausgerechnet selbsternannte „Feministinnen“, dass Schwangere – die in 99 Prozent der Fälle telefonisch und schriftlich von Pro Femina beraten werden – so „manipuliert“ werden könnten, dass sie das Gegenteil von dem tun, was sie tun wollen? Halten solche „Feministinnen“ schwangere Frauen für dumm?“, begegnet Aufiero dem Vorwurf, 1000plus würde nicht „ergebnisoffen“ beraten, sondern „manipulieren“. Das Gegenteil sei der Fall, denn „jede beratene Frau bestimmt und entscheidet selbst über das ‚Ergebnis‘ ihrer Beratung. Jede der über 45.000 Frauen, die sich bis heute an Pro Femina gewandt haben, hat dies selbst entschieden. Sie hat entschieden, von Pro Femina beraten zu werden, entschieden, auf welche Weise sie beraten wird und wie lange sie von uns beraten wird. Und es war stets die Frau, die entschieden hat, was sie nach der Beratung tut.“

Verwüstung einer Beratungsstelle für Schwangere in Not als Dienst an Frauen?

Nachdem radikalisierte Pro-Life-Gegner in der Vergangenheit bereits die Briefkästen von 1000plus mit Hundekot verschmutzt hatten, mündete die Aggression vergangenes Wochenende in der Verwüstung des Büros am Kurfürstendamm: Eingeschlagene Fenster, beschmierte Wände, Türen und Teppiche. Im „Bekennerschreiben“ ist die Rede vom Kampf für den Feminismus. „Wenn ihnen wirklich Frauen am Herzen liegen, warum gründen die Urheber dieses Vandalismus keine eigenen Beratungs- und Hilfsangebote für Schwangere? Warum nur kaputtmachen und nicht etwas anderes aufbauen, etwas, was sie für besser halten?“, fragt Kristijan Aufiero in einer ersten Reaktion auf die ideologisch motivierte Sachbeschädigung.

Einsatz für die Schwangeren in Not geht weiter

Mehr denn je, möchte sich 1000plus für die Schwangeren in Not einsetzen: „Ich verspreche Ihnen, dass wir das Feld nicht jenen überlassen werden, die nichts als Zerstörung im Sinn haben. Wir werden alles dafür tun, damit wir den Betrieb unseres Berliner Beratungszentrums baldmöglichst wieder aufnehmen können. Nicht einer Ideologie wegen, auch nicht für 1000plus allein, sondern aus Nächstenliebe für Frauen“, so Aufiero. (TSG)

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