US / Bioethik: Trumps Vorgehen gegen Planned Parenthood verunsichert die Wissenschaft

IEF, 8.2.2017 – Nach dem Aufleben der „Mexico City Policy” und dem negativen Urteil gegenüber der Planned Parenthood Federation of America (PPFA), macht sich unter Biomedizinern Nervosität breit. Wie berichtet, hat die Trump-Administration im Sinne der republikanischen Mexico City Policy staatliche Zuschüsse an Organisationen, die im Ausland Abtreibungen anbieten, gestrichen.

Außerdem wurde das Ergebnis einer Untersuchungskommission des Repräsentantenhauses bekannt, demnach PPFA für schuldig erklärt wurde, im Zusammenhang mit der Gewinnung und dem Handel von Körperteilen abgetriebener Kinder u.a. auch gegen US-Bundesgesetze verstoßen zu haben. (>>>LINK)

Dass diese Schritten nicht ohne Wirkung bleiben, zeigt die postwendenden Reaktion der Wissenschaft: In seinem Editorial vom 6.1.dJ ruft das renommierte Wissenschaftsmagazin Nature gar „zum Kampf gegen sämtliche Restriktionen in den Bereichen embryonaler Stammzellenforschung und Forschung an fetalen Geweben auf”. (>>>LINK)

Befürchtet wird ein Engpass an fetalem Gewebe für die Forschung und eine Kriminalisierung der Forschung an Geweben von abgetriebenen Embryonen bzw Föten.

Gefragt um eine Stellungnahme zu den Vorkommnissen in Amerika, betont der Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF), Dr. Christian Egarter, dass die ÖGF zwar mit PPFA gemeinsam mit weiteren 152 Mitgliedern in der Dachgesellschaft „International Planned Parenthood Federation” vertreten ist. In Österreich würde sich die öffentlich geförderte ÖGF aber auf reproduktive Gesundheit konzentrieren und keine Abtreibungen durchführen. Allerdings hätte er persönlich nichts gegen Forschen an embryonalen Geweben einzuwenden und verwies auch auf eine entsprechende Praxis im Rahmen der durch Art 17 StGG gewährleisteten Wissenschaftsfreiheit an Früh- und Spätaborten am AKH Wien.

(ief)

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