Frühgeburt
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US_UK / Pro-Life: Bluttest zur Erkennung von Frühgeburtsrisiko

IEF, 11.01.2022 –  Laut einer US-Studie könnte ein Bluttest zum Identifizieren des Risikos, eine Frühgeburt zu erleiden, dienen.

„Frühgeburten sind weit verbreitet. Wenn wir wissen, dass bei einer Frau ein Risiko für eine Frühgeburt besteht, dann kann der behandelnde Arzt die Mutter genauer überwachen“, betonte Wissenschaftlerin Hanne Hoffmann im Zuge der Veröffentlichung ihrer Studienergebnisse. In der an der Michigan State University durchgeführten Studie untersuchte Hoffmann mit ihren Kollegen 157 Mütter ohne gesundheitliche Probleme oder frühere Erfahrungen mit Frühgeburten. 51 davon erlitten später eine Frühgeburt.

Biomarker als Indiz

Im Rahmen der Studie wurden Blutproben von Müttern im zweiten Schwangerschaftstrimester ausgewertet. Dabei konzentrierten sich die Wissenschaftler konkret auf Biomarker – das sind biologische Merkmale, die auf einen krankhaften Prozess im Körper hindeuten können. Tatsächlich fanden sie ein niedrigeres mRNA-Level in zwei Genen – CRY2 und CLOCK -, das auf ein höheres Risiko einer Frühgeburt hindeutet. Dementsprechend bedeutet ein höherer mRNA-Wert, dass kein Risiko einer Frühgeburt besteht. Diese Erkenntnis würde eine immense Erleichterung für werdende Mütter bedeuten, ist sich Hoffmann sicher. Ein solcher Bluttest könnte auch ganz unkompliziert mit einer routinemäßigen pränatalen Untersuchung in der 20. Schwangerschaftswoche, die ohnehin viele Frauen in Anspruch nehmen, durchgeführt werden.

Zusätzliche Untersuchungen geplant 

Die Wissenschaftler wollen nach einem ersten Erfolg nun weiterforschen. Es gelte herauszufinden, ob die CRY2- und CLOCK-Gene von der Mutter, dem Fötus oder der Plazenta kämen. Außerdem soll ein Vergleich zwischen gesunden Müttern und Müttern mit Vorerkrankungen oder bereits erlittenen Fehlgeburten aufgestellt werden, um herauszufinden, ob der Bluttest auch diesen Frauen helfen könnte. Die Forscher möchten sich auch weiteren Genen widmen, die andere Schwangerschaftskomplikationen aufzeigen könnten. Vielversprechende Ergebnisse dazu kamen kürzlich aus Großbritannien.

Englische Studie weiterer Lichtblick

Die Studie mit Beteiligung von King’s College, Guy’s College und der St. Thomas‘ NHS Foundation Trust untersuchte die Blutproben von 2.500 schwangeren Frauen auf Genmaterial, das Präeklampsie vorhersagen kann, bevor Symptome auftreten. Bei Präeklampsie handelt es sich um eine schwere Schwangerschaftskrankheit, die fast jede zwölfte Schwangerschaft betrifft und die zu Herz-Kreislauferkrankungen führen kann. Zumeist wird die Krankheit erst bei Auftreten der Symptome wie hohem Blutdruck und Eiweiß im Urin entdeckt. Mit dem Bluttest besteht die Möglichkeit, den wahrscheinlichen Eintritt der Krankheit vorherzusagen und diesem entgegenzuwirken. Nur eine einzige Blutprobe schaffe die Möglichkeit, das Risiko einer Präeklampsie frühzeitig zu entdecken, das sei sensationell, freute sich Rachel Tribe, Professorin für Perinatalwissenschaften. Mit der Forschung werde man jetzt definitiv nicht aufhören. Die Studie habe nämlich Ergebnisse geliefert, die die Entwicklung von zukünftigen Behandlungsstrategien fördern werde, so Tribe. (TS)

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