IEF, 31.01.2019 – Wie das Institut für Ehe und Familie (IEF) im November berichtete, plant die US-Amerikanische Regierung die anerkannten Geschlechter wieder auf zwei reduzieren zu wollen. Nun haben 30.000 Ärzte dieses Vorhaben öffentlich unterstützt.

In einem offenen Brief drücken verschiedene ärztliche Berufsverbände ihre Zustimmung zu den Plänen des US-Gesundheitsministeriums aus, sich in der Definition von Geschlechtern wieder an den biologischen Geschlechtern „männlich“ und „weiblich“ orientieren zu wollen.

In einem Bericht der New York Times über das sogenannte „Title IX“-Dokument ging hervor, dass seitens der amerikanischen Regierung geplant sei, sich bei der Anerkennung von Geschlechtern nach dem bei der Geburt festgestellten biologischen Geschlecht richten zu wollen. Dies gelte dann als unveränderbar, entweder als männlich oder weiblich. Schritte in Richtung eines fluiden Geschlechts unter der Regierung Obamas würden damit wieder rückgängig gemacht werden.

Zu den Plänen äußerten sich nun das American College of Pediatricians, die American Association of Pro-life Obstetricians and Gynecologists, die Christian Medical and Dental Associations und die Catholic Medical Association mittels Presseaussendung des American College of Pediatricians. Gemeinsam wandten sie sich in einem offenen Brief an das Justizministerium, das Gesundheitsministerin und das Bildungsministerium und lobten das Vorhaben, sich in der Bestimmung des Geschlechts eines Menschen weiterhin am biologischen Geschlecht orientieren zu wollen. Gemeinsam vertreten die Organisationen 30.000 Fachkräfte aus den Bereichen Medizin, Psychologie und Psychotherapie, Naturwissenschaften und Recht.

Sex (engl. für biologisches Geschlecht) sei ein biologischer Fachbegriff und so müsse sich auch die Bestimmung nach biologischen Maßstäben richten, wie etwa den Chromosomen und den Geschlechtsteilen. Davon ausgehend sei das menschliche Geschlecht entweder männlich oder weiblich, heißt es in dem Brief. So bliebe auch ein Mensch, der sich selbst als Transgender identifiziere biologisch dennoch das Geschlecht, was er von Geburt an gehabt habe. Zugleich solle ihm jedoch eine bestmögliche medizinische Begleitung angeboten werden.

Auch die Annahme, dass sich die biologische Geschlechtlichkeit innerhalb einer gewissen Bandbreite bewege, weisen die Vertreter zurück. 99,98% der Bevölkerung seien biologisch eindeutig männlich oder weiblich. Bei Fällen von Intersex handle es sich um frühe Abweichungen in der Geschlechtsentwicklung, die zu „geschlechtlichen Uneindeutigkeiten, und/oder Nichtübereinstimmungen zwischen Geschlechtschromosomen und der äußeren Erscheinung“ führen würden. Diese Fälle würden jedoch nur 0,02 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Von einer Bandbreite (engl: spectrum) könne man jedoch nur dann sprechen, wenn die eine Entwicklung ebenso wahrscheinlich sei, wie die andere.

Sich auf das Gender (das gefühlte Geschlecht) eines Menschen in der Bestimmung seines Geschlechts zu stützen, halten die Forscher aus verschiedenen Gründen für kritisch. Zunächst handle es sich hierbei vor allem um das subjektiv gefühlte Geschlecht und die individuelle Identifizierung mit dem eigenen Körper, die sich aber nicht mit dem eigenen biologischen Geschlecht decken muss. Für das gefühlte Geschlecht gäbe aus laut den Autoren des Briefes weder körperliche, noch neuronale oder genetische Nachweise, weshalb ein wissenschaftlicher objektiver Nachvollzug schwierig sei. Auch sei es schwierig entsprechende geschlechtsspezifische Schutzmaßnahmen wie Schutzräume für Frauen und Mädchen aufrecht zu erhalten, wenn sich die rechtlich berücksichtigte Definition von Geschlecht nicht nach dem biologischen Geschlecht richte, sondern nach dem subjektiv empfundenen.

Schließlich betonen die Vertreter der genannten Organisationen noch einmal, dass man nicht die Absicht habe, sich gegen die Rechte von Transgender-Personen auszusprechen, dass aber gerade im Hinblick auf die Rechtsprechung, (Schutz)Bestimmungen für Kinder und Frauen und die Gesundheitsversorgung eine biologische Definition von Geschlecht besser geeignet wäre.

Drucken