AT / Gender: UN fordert Ende von geschlechtszuordnenden Operationen bei Kindern

IEF, 03.04.2020 – Nach der erfolgten Kinderrechtsprüfung 2019/2020 in Österreich durch den UN-Kinderrechtsausschuss liegen nun die Ergebnisse vor.

UN wiederholt Forderung nach Ende von geschlechtszuordnenden Operationen

Unter dem Punkt „schädliche Praktiken“ geht der UN-Kinderrechtsausschuss in seinem Bericht auf die Operationen von intersexuellen Kindern ein und empfiehlt Österreich, dass es „nicht notwendige medizinische und operative Behandlung von Intersex-Kindern“ verbietet, wenn diese sicher verschoben werden können „bis die Kinder ihre informierte Zustimmung“ dazu geben können. Damit bleibt der Ausschuss seiner Linie von 2015 treu. Bei medizinisch nicht dringenden Operationen handelt es sich zumeist um sogenannte „geschlechtszuordnende“ Behandlungen, die auf die Herstellung oder Angleichung an ein bestimmtes Geschlecht zielt.

UN-Forderung im Einklang mit Empfehlungen nationaler Institutionen

Damit liegen die Forderungen im Einklang mit Empfehlungen aus Österreich. Hierzulande haben sich bereits einige Institutionen zu Operationen von intersexuellen Kindern zu Wort gemeldet. So ließ beispielsweise das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz im Jahr 2019 Empfehlungen zu Varianten der Geschlechtsentwicklung veröffentlichen, in der von Operationen abgeraten wurde. Eine weitere Stellungnahme zu diesem Thema liegt von der Bioethikkomission beim Bundeskanzleramt vor, in der auch empfohlen wird, Eingriffe ohne medizinische Dringlichkeit zu verschieben. (MM)

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