mentale Gesundheit
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UK_US / Gender: Studien zeigen Zusammenhang zwischen sexueller Orientierung/Identität und mentaler Gesundheit

IEF, 09.05.2023 – Nicht heterosexuelle Jugendliche konsumieren häufiger Drogen und haben ein höheres Selbstmordrisiko.

Eine Studie aus Großbritannien konnte keinen Vorteil einer „sozialen Transition“ bei Kindern mit Genderdysphorie erkennen. Eine US-amerikanische Studie kam zum Ergebnis, dass das Selbstmordrisiko bei Kindern und Jugendlichen mit nicht heterosexueller Orientierung oder Transgender-Identität umso höher war, je früher sie ihr Outing hatten. Die Zahlen des Berichts der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC zeigten, dass die mentale Gesundheit von nicht-heterosexuellen Schülern wesentlich schlechter ist als die der heterosexuellen Vergleichsgruppe.

Studie: Keine Vorteile durch „soziale Transition“

Eine neue Studie aus Großbritannien fand keinen signifikanten Unterschied in der psychischen Gesundheit von Kindern mit Geschlechtsdysphorie, die eine „soziale Transition“, also den Prozess der Änderung des Namens, der Pronomen und der Kleidung, um sich als das andere Geschlecht darzustellen, durchmachten und denen, die keine „soziale“ Transition vollzogen. Therapeuten raten Kindern, die glauben, Transgender zu sein, oftmals die „soziale Transition“ als erste Maßnahme und betrachten die Intervention als harmlosen und umkehrbaren Weg, um die eigene Geschlechtsidentität zu erforschen und gleichzeitig den Leidensdruck der Geschlechtsdysphorie zu lindern. Die kürzlich in Archives of Sexual Behavior veröffentlichte Studie, konnte keine signifikanten Unterschiede bei pathologischen Indikatoren wie Stimmungsstörungen, Angstzuständen und Selbstmordversuchen zwischen geschlechtsdysphorischen Jugendlichen, die eine „soziale Transition“ durchmachten und denen, die keine „soziale Transition“ vollzogen, feststellen.

Pro-LGBTQ Netzwerk: Je früher das Outing, desto höher das Suizidrisiko

„The Trevor Project“, ein US-amerikanischer Verein, der LGBTQ-Interessen junger Menschen vertritt, veröffentlichte vor kurzem Studienergebnisse, die das Suizidrisiko in Verbindung mit dem Alter beim Outing der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität betrachtete. Laut der Studie hätten 62 Prozent der Jugendlichen, die sich vor dem 13. Lebensjahr als Transgender oder nicht-binär geoutet hätten, an Selbstmord gedacht und 29 Prozent einen Selbstmordversuch unternommen. Von denjenigen, die sich im Alter von 13 Jahren oder älter geoutet hätten, hätten 51 Prozent an Selbstmord gedacht und 17 Prozent einen Selbstmordversuch unternommen. Junge Menschen, die sich vor dem 13. Lebensjahr zu ihrer Geschlechtsidentität bekannt hätten, berichteten über höhere Viktimisierungsraten aufgrund ihrer Geschlechtsidentität. Wie auf der Website des Vereins zu lesen ist, schließt der Verein Folgendes: „LGBTQ-Jugendliche sind aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht von Natur aus suizidgefährdet, sondern einem höheren Risiko ausgesetzt, weil sie in der Gesellschaft misshandelt und stigmatisiert werden.“

Bemerkenswert ist, dass der Verein, wie viele Aktivisten im Bereich „LGBTIQ*“, die sexuelle Orientierung mit der Geschlechtsidentität und der biologischen Intersexualität in einen Topf werfen, obwohl es sich dabei um völlig verschiedene Themen handelt.

Mentale Gesundheit von LGBQ+-Jugendlichen schlechter als von heterosexuellen Jugendlichen

Dass die mentale Gesundheit jedenfalls in Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung gebracht werden kann, belegt der Bericht „Youth risk behaviour survey“ des US-Centers for Desease Control and Prevention (CDC). Es wurden Daten von High School Schülern zwischen 2011 und 2021 ausgewertet. LGBQ+ umfasst laut CDC „lesbian, gay, bisexual, questioning, non-binary“ oder eine andere „non-heterosexual identity“ (sexuelle Orientierung). Nicht umfasst ist die „Geschlechtsidentität“ (wie transgender). Diese klare Unterscheidung zwischen sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und der biologischen Intersexualität, wie sie das CDC im Gegensatz zu vielen Aktivisten und Vereinen (siehe „The Trevor Project“) vornimmt, ist zu begrüßen. Die unterschiedlichen Themen müssen gesondert betrachtet und erforscht werden. Nur so können Handlungsstrategien entwickelt werden, die den betroffenen Menschen wirklich helfen – betreffend zum Beispiel medizinisch indizierte Operationen bei Kindern, die eine bestimmte Form der Intersexualität aufweisen oder Behandlungsleitlinien für Kinder und Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie, die die körperliche Unversehrtheit wahren.

Die Ergebnisse zeigten, dass Schüler, die ihre sexuelle Orientierung mit LGBQ+ angegeben hatten, im Vergleich zu denen, die sich als heterosexuell bezeichneten, in verschiedenen Bereichen mentaler Gesundheit deutlich schlechter abschnitten. So gaben 52 Prozent der LGBQ+-Schüler an, bei „schlechter psychischer Gesundheit“ zu sein (gegenüber 22 Prozent der heterosexuellen Schüler). 69 Prozent der LGBQ+-Schüler berichteten über anhaltende Gefühle von Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit (gegenüber 35 Prozent bei heterosexuellen Schülern). 45 Prozent der LGBQ+-Schüler hätten bereits einen Selbstmordversuch in Erwägung gezogen (gegenüber 15 Prozent bei heterosexuellen Schülern). 22 Prozent der LGBQ+-Schüler hätten einen Selbstmordversuch unternommen (gegenüber 6 Prozent bei heterosexuellen Schülern). Während 21 Prozent der LGBQ+-Schüler Drogen wie Heroin, Meth, Kokain und Ecstasy konsumiert hätten, traf dies auf 11 Prozent der heterosexuellen Schüler zu. 20 Prozent der LGBQ+-Schüler hatten bereits verschreibungspflichtige Opioide missbraucht (gegenüber 9 Prozent bei heterosexuellen Studenten). (TSG)

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