IEF, 08.10.2019 – Immer mehr Menschen nehmen an den jährlich stattfindenden Märschen für das Leben teil. Am Sonntag, den 12. Oktober, lädt auch in Wien der Marsch fürs Leben ein, erneut ein Zeichen für die Würde und das Leben eines jeden Menschen zu setzen.

Marsch für das Leben in Berlin

In Berlin nahmen heuer über 8.000 Menschen am Marsch für das Leben teil. Bei der vom Bundesverband Lebensrecht organisierten Kundgebung waren auch fünf ranghohe kirchliche Vertreter darunter Bischof Voderholzer aus Regensburg, Bischof Oster aus Passau und Bischof Ipolt aus Görlitz dabei.

Mit dem Marsch wollten die Organisatoren zum Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod aufrufen. Wie der Bundesverband Lebensrecht in seiner Pressemeldung berichtet, sprachen sich die Redner bei der Kundgebung vor dem Reichstag für den Schutz der Würde eines jeden Menschen aus und positionierten sich gegen jegliche Form der begleiteten Selbsttötung und Euthanasie und für ein würdiges Lebensende mit Hilfe von Hospizen und Palliativversorgung.

Bischof Oster warnt vor politischer Instrumentalisierung des Marsches

Bischof Oster wies in seiner Ansprache auch darauf hin, dass niemand sich selbst auf einem Ultraschallbild als Gewebehaufen bezeichnen, sondern vielmehr sagen würde: “das war ich im soundsovielten Monat”. Die Wissenschaft kenne auch keinen Einschnitt in der Entwicklung des Menschen, der den Übergang von einem identitätslosen Gewebe zur Person markieren würde. Vom Zeitpunkt der Befruchtung an entwickle sich der Mensch vielmehr kontinuierlich und bruchlos und habe damit von Anfang an den Anspruch auf die Anerkennung seiner Personenwürde. Oster warnte zudem vor einer politischen Instrumentalisierung des Marsches für das Leben. Die Linke würde zwar immer wieder von einer so genannten gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, wie z.B. gegenüber Ausländern, Flüchtlingen oder Behinderten, sprechen, sie übersehe jedoch, dass die heute am tödlichsten bedrohte Gruppe von Menschen die ungeborenen Kinder mit einer Behinderung seien. Die politische Rechte ermahnte der Bischof wiederum dazu, ihren Einsatz für den Schutz der Schwachen auf alle Marginalisierten, also auch die Armen und die Menschen auf der Flucht, auszuweiten.

Gegendemonstrationen

Der Marsch in Berlin wurde von Gegendemonstrationen begleitet. Einige Gegendemonstranten stürmten während der Kundgebung sogar die Bühne, andere Abtreibungsbefürworter bildeten Sitzblockaden. Wie RT Deutsch berichtet, hätten die Gegendemonstranten versucht die Absperrungen zu durchbrechen. 140 Personen sollen unter anderem wegen Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz des Platzes verwiesen oder festgenommen worden sein.

Marsch fürs Läbe in Zürich

Auch bei dem eine Woche zuvor stattfindenden „Marsch fürs Läbe“ in Zürich kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Laut Angaben der Aargauer Zeitung kam es von Seiten nicht angekündigter Gegendemonstranten zu mehreren Angriffen auf Polizisten und zu Sachbeschädigungen. Den etwa 1.000 Lebensschützern, die zum Marsch gekommen waren, stellten sich mehrere hundert Personen entgegen. Um ein Aufeinandertreffen der unbewilligten Demonstranten mit dem Marsch zu verhindern, musste die Polizei Gummischrot und Reizstoff einsetzen, nachdem sie mit Wurfgegenständen wie Flaschen, Steinen usw. beworfen wurde waren und mehrere kleinere Gruppierungen versucht hatten an den Polizeisperren vorbeizukommen.

Nationaler Marsch des Lebens in Bratislava

Ende September fand auch in Bratislava der „Nationale Marsch des Lebens“ statt. Wie orf.at berichtet, sollen 50.000 Menschen an dem von der katholischen Kirche organisierten Marsch teilgenommen haben. Die Teilnehmer demonstrierten gegen ein seit Jahrzehnten geltendes Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche bis zur zwölften Woche erlaubt. Außerdem setzten sie sich für den Schutz der Ehe zwischen Mann und Frau ein, der eine einzigartige Stellung zukomme und die keine Alternative auf gesellschaftlicher Ebene kenne. In ihrem Manifest sprachen sich die Organisatoren zudem für die Einführung effizienter Familien- und Demografieprogramme aus und forderten eine aktive Unterstützung von Institutionen, die bedürftigen Familien und Schwangeren helfen. „Wir wollen Freiheit für die ungeborenen Kinder, damit sie zur Welt kommen und als freie Menschen leben können“,  so einer der Organisatoren Marek Michalčík laut dem Slovak Spectator.

Einladung zum Marsch fürs Leben in Wien

In Wien findet der „Marsch fürs Leben“ am Samstag, den 12. September, beginnend um 13:30 am Stephansplatz statt. Weitere Informationen zum Marsch finden Sie hier. (AH)

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