IEF, 09.05.2019 – Eine weitere im Februar dieses Jahres veröffentlichte Studie verweist auf den Zusammenhang zwischen IVF, Eizellspende oder Leihmutterschaft und den damit verbundenen hohen Gesundheitsrisiken für die Schwangere und ihr Kind.

Für die im American Journal of Obstetrics & Gynecology (AJOG) publizierte US-amerikanische Studie haben die Forscher 1.477.522 Schwangerschaften, davon 1.346.118 spontane Schwangerschaften, 11.298 Schwangerschaften nach Fruchtbarkeitsbehandlungen und 120.106 Schwangerschaften nach einer IVF, untersucht. Die ausgewerteten Daten stammen aus den Jahren 2004 bis 2013 und belegen ein signifikant höheres Risiko für gesundheitliche Komplikationen nach einer künstlichen Befruchtung.

Wie das Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) im Zusammenhang mit der Studie berichtet, konnte generell bei einer IVF im Vergleich zu spontanen Schwangerschaften ein erhöhtes Risiko für schwere Dammrisse während der Geburt, ungeplante Hysterektomien (Gebärmutterentfernung), Uterusrupturen (Gebärmutterriss) oder die Notwendigkeit von Bluttransfusionen festgestellt werden. Als besonders riskant und anfällig für schwerwiegende Komplikationen wurden Schwangerschaften nach einer Eizellspende, bei der der Frau eine fremde, befruchtete Eizelle eingesetzt wird, identifiziert. In 30 % aller Schwangerschaften nach einer Eizellspende mussten Frauen entweder auf die Intensivstation eingeliefert werden, benötigten Bluttransfusionen oder mussten eine ungeplante Gebärmutterentfernung vornehmen lassen.

Gerade beim Verfahren der Leihmutterschaft wird mit Eizellspende gearbeitet. Daher untermauerten diese Zahlen den ausbeuterischen Charakter der Leihmutterschaft, bei der die Leihmutter ein genetisch mit ihr nicht verwandtes Kind austrägt und dabei hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt wird, betont Mag. Susanne Kummer, Geschäftsführerin des IMABE. „Man kann die Faktenlage nicht länger ignorieren: Verfahren der künstlichen Befruchtung, insbesondere Eizellenspenden, sind für die Gesundheit der Mutter keineswegs harmlos“, so die Bioethikerin.

Dass solche Erkenntnisse über einen engen Expertenkreis hinaus kaum nach außen dringen, sei umso bedenklicher, als die Reproduktionsmedizin und Fertilitätsindustrie im Gegensatz dazu die Illusion der ewigen Fruchtbarkeit breitenwirksam verbreiten. Damit würden insbesondere Frauen oft falsche Hoffnungen gemacht, auf Basis derer sie das Kinderkriegen hinauszögern – oft leider bis es irgendwann zu spät ist. Das IEF hat berichtet.

Oft verschwiegen werden auch Ergebnisse von Studien, die die Gesundheit von künstlich gezeugten Kindern untersuchen. Wie das IEF berichtete, kamen einige dieser Studien zu dem Ergebnis, dass IVF-Kinder unter anderem häufiger an Gefäßproblemen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten, als die auf natürlichem Weg gezeugten Kinder. „Es ist nachvollziehbar, dass Menschen, die sich sehnlichst ein Kind wünschen, bereit sind, alle angebotenen medizinischen Möglichkeiten auszuschöpfen, auch wenn sie mit körperlichen Belastungen einhergehen. Gerade aber die Erfahrung, dass Studien gerne weniger ernst genommen werden, die auf die Gesundheitsrisiken künstlicher Verfahren für Frauen und Kinder hinweisen, irritiert das Vertrauen in reproduktionsmedizinische Maßnahmen. Hier ist unbedingt eine größere Bereitschaft zur Transparenz gefordert, um die Gesundheit der anvertrauten Patienten nicht weiter zu gefährden“, pflichtet Dr. Stephanie Merckens, Juristin am Institut für Ehe und Familie (IEF) der Bioethikerin Kummer bei. (AH)

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