IEF, 19.8.2019 – Das niederländische „Expertenzentrum für aktive Sterbehilfe“ verzeichnet steigende Anfragen. Im Vergleich zum Jahr 2018 seien die Anfragen 2019 um rund 15 % gestiegen.

200-300 Registrierungen pro Monat

Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, seien die Anfragen laut Einrichtung zwischen 2012 und 2017 stetig gestiegen. 2018 hätten sich pro Monat durchschnittlich 210 Interessierte gemeldet, 2019 monatlich 256. Im Juli habe es sogar einen Rekord von 308 Registrierungen für Tötung auf Verlangen gegeben. Der Direktor des Zentrums, Steven Pleiter, begründete die Entwicklung damit, dass immer mehr Hausärzte Patienten ins Spezialzentrum schickten, wenn es um Tötung auf Verlangen gehe. Pleiter behaupte, Ärzte seien bei Tötung auf Verlangen „zurückhaltender“ geworden, was an der „rechtlichen Situation liegen könne“. Als Untermauerung der ärztlichen Verunsicherung wird wiederholt der Gerichtsfall der Ärztin genannt, die eine Demenzpatientin auf Basis einer jahrealten Patientenverfügung getötet hatte. Wie das Institut für Ehe und Familie (IEF) berichtete, wurde die Ärztin zwar freigesprochen, die Unsicherheit unter den Ärzten bliebe jedoch. Zudem wird das Urteil für seine Begründung heftig kritisiert.

Das „Expertenzentrum für aktive Sterbehilfe“ hieß bis vor kurzem „Lebensendeklinik“. Die vorherige Bezeichnung sei irreführend gewesen, da es keine Klinik gebe und Tötung auf Verlangen bei den Patienten zu Hause stattfinde. (TSG)

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