DE / Familie: Stärkere Väterbeteiligung an Familienarbeit während Coronazeit  

IEF, 27.07.2020 –  Eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt eine steigende Beteiligung der Väter am Familienalltag.

Die kürzlich veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), die rund 60 Seiten umfasst, basiert auf Sonderauswertungen aus dem Mikrozensus sowie auf Fragen aus der Mannheimer Corona-Studie, an der während des Lockdowns wöchentlich 3.600 Personen zu ihrer Lebenssituation befragt wurden, wie aus einem Bericht des Spiegel Online hervorgeht.

Hohe Familienzufriedenheit

Demnach hätten sich Männer in der Phase des Lockdowns stärker als zuvor an der Familienarbeit beteiligt. In den vergangenen Wochen stieg ihr Anteil an der Familienarbeit auf einen „historisch hohen Wert von 41 Prozent“. „In den Zeiten der Pandemie wurde die Arbeit zwischen den Geschlechtern egalitärer aufgeteilt als zuvor“, erkennt Norbert Schneider, Direktor des BiB. Demzufolge trage nicht Corona zur Retraditionalisierung der Geschlechterrollen bei, sondern weiterhin die Geburt eines Kindes, so Schneider. Die umfassende Studie berichtet zudem von einer sehr hohen Familienzufriedenheit der Männer in Kurzarbeit. Es zeige, dass viele Väter dieser ungewohnten, neuen Situation etwas Positives abgewinnen konnten und die Zeit mit den Kindern vielfach genossen wurde. Das bestätigte auch eine Studie der renommierten Harvard Universität in Boston, USA (das IEF hat berichtet).

Bessere Vereinbarung von Familie und Beruf

Aufgrund der Kurzarbeit und der Möglichkeit, von zuhause zu arbeiten, konnte die Familienarbeit leichter aufgeteilt werden und Väter erzielten teilweise sogar einen Spitzenwert von 45 Prozent bei der Beteiligung an Haushalt und Erziehung. Die Forscher sprechen in diesem Sinne allerdings von einer Ausnahmesituation. „Welche Implikationen das für die zukünftige Beteiligung von Vätern an der Familienarbeit hat, bleibt eine offene Zukunftsfrage“, heißt es in der Studie. Schneider sieht in der Krise ein „Potenzial, die Arbeitsorganisation langfristig neu auszubalancieren“. Er glaubt, dass sich Beruf und Familie künftig infolge von Homeoffice leichter vereinbaren ließen. Nach dieser positiven Resonanz dürfte folglich auch der Anteil zunehmen, den Väter in Zukunft zur Familienarbeit beisteuern wollen und nach Möglichkeit auch werden. (TS)

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