DE / Kirche: Sozialethiker Anton Rauscher SJ verstorben

IEF, 14.01.2021 – Pater Professor Dr. Dr. h.c. mult. Anton Rauscher SJ, eine der großen Persönlichkeiten der katholischen Soziallehre in Deutschland, ist am 21. Dezember 2020 in Augsburg im Alter von 92 Jahren gestorben.

1928 in München geboren, studierte P. Rauscher zunächst Philosophie, Theologie und Christliche Gesellschaftslehre in Freising und Rom und wurde 1953 zum Priester geweiht. Seine beiden wichtigsten wissenschaftlichen Lehrer waren Pater Gustav Gundlach SJ und der damalige Professor und spätere Erzbischof von Köln Joseph Höffner. Nach seiner Promotion trat er 1956 in die Gesellschaft Jesu ein. Er studierte bis 1964 Wirtschaftswissenschaften und wurde 1968 für das Fach Christliche Sozialwissenschaften habilitiert.

Bereits seit 1963 war er in Mönchengladbach Direktor der neu gegründeten „Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle“ (KSZ) der Deutschen Bischofskonferenz. Diese Aufgabe hatte P. Rauscher bis 2010 inne. Von 1971 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1996 war er außerdem Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre an der Katholisch-Theologischen Fakultät der damals neu gegründeten Universität Augsburg.

P. Rauscher ist Herausgeber mehrerer wissenschaftlicher Reihen sowie des „Handbuchs der Katholischen Soziallehre“ (2008). Als Wissenschaftler ging es dem Sozialethiker Anton Rauscher immer darum, mit Kirche, Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft im Gespräch zu bleiben. In besonderer Erinnerung wird der von ihm entworfene Hirtenbrief bleiben, mit dem die deutschen Bischöfe vor der Bundestagswahl 1980 aus Gründen der Generationengerechtigkeit die hohe Staatsverschuldung kritisierten.

1993 wurde ihm das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.

Der Verstorbene wird allen, die die Ehre hatten, ihn persönlich kennen lernen zu dürfen, stets als hoch gebildet, von wachem Interesse und persönlich äußerst liebenswürdig in Erinnerung bleiben. Nicht zuletzt bleibt auch sein konsequentes Eintreten für Ehe und Familie unvergesslich. (GD)

Prof. Dr. Peter Schallenberg, seit 2010 sein Nachfolger als Direktor der KSZ, würdigt P. Rauscher SJ in dankbarer Erinnerung:

https://www.ksz.de/ksz-trauert-um-ihren-langjaehrigen-direktor-prof-dr-anton-rauscher-sj/

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