
„Selig, wer seine Hoffnung nicht verloren hat“
IEF, 25.07.2025 – Botschaft des Papstes zum 5. Welttag der Großeltern und älteren Menschen
Die Bibel kennt alte Hoffnungsträger: Abraham und Sara, Zacharias und Elisabeth: Paare, denen Gott „im vorgerückten Alter“ (Lk 1,18) neues Leben – ein Kind – schenkte. Oder auch Mose, der im hohen Alter den Auftrag erhielt, Israel aus der Sklaverei zu führen. „Mit diesen Entscheidungen lehrt er [Gott] uns, dass das Alter in seinen Augen eine Zeit des Segens und der Gnade ist und dass die älteren Menschen für ihn die ersten Zeugen der Hoffnung sind“, schreibt Papst Leo XIV in seiner Botschaft zum 5. Welttag der Großeltern und älteren Menschen, der am kommenden Sonntag, den 27. Juli 2025, gefeiert wird.
Doch warum lässt das höhere Alter „Hoffnung atmen“?
Folgende drei Punkte lassen sich aus der Botschaft ableiten:
- Wenn ich schwach bin, bin ich in Gott stark. Der heilige Augustinus fragt: „Was ist das bloß für eine Zeit, das Alter?“ Gott antwortet ihm: „Oh, dass deine Kraft wirklich schwinde, damit meine Kraft in dir bleibe.“
Wenn unsere Kräfte im Alter schwinden, biete sich also – vielleicht noch eindrücklicher als in anderen Lebensphasen – die Möglichkeit, von Gottes Kraft getragen zu werden. Aus dieser Perspektive könne man auch auf unsere alternde Gesellschaft blicken: ein „Zeichen der Zeit“, das dabei helfen könne, unser Menschsein als Kinder, die von Gott geliebt werden, besser zu verstehen.
- Großeltern sind Vorbilder. Großeltern sind für viele Vorbilder. Und zwar, nicht wegen ihres „makellosen Lebenslaufes“, sondern wegen der Hoffnung und Liebe, die sie weitergeben und die stets ein Grund zur Dankbarkeit und Nachahmung bleiben.
- Die Hoffnung überragt das Vergängliche. Die Hoffnung, die ältere Menschen weitergeben, reiche über Generationen hinweg. Sie habe ihren Ursprung in der Treue Gottes.
Auftrag an Gesellschaft und Kirche: eine Revolution der Dankbarkeit
Obwohl sie „Zeugen der Hoffnung“ sind, seien viele ältere Menschen heute „hinter Mauern der Gleichgültigkeit“ eingeschlossen. Papst Leo XIV ruft in seiner Botschaft eindringlich dazu auf, diese Mauern einzureißen. Er spricht von einer „Revolution der Dankbarkeit und Fürsorge“, die bei jedem Einzelnen beginnen und die Haltung einer ganzen Gesellschaft verändern könne. Konkret lädt er dazu ein, einsame ältere Menschen bewusst zu besuchen – nicht nur als Zeichen der sozialen Verantwortung, sondern als „Begegnung mit dem Herrn selbst.“ (Wer das im Glauben und Gebet tut, kann sogar den Jubiläumsablass empfangen.)
Ermutigung an ältere Menschen: Nichts hindert uns, Hoffnung zu bezeugen
Die Botschaft zum Welttag schließt mit einer Einladung an die Älteren selbst: „wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird“, kann „der innere […] Tag für Tag erneuert [werden]“ (2 Kor 4,16). Auch wenn der Körper schwächer wird, könne das Herz immer wachsen. Nichts könne uns – in keiner Lebensphase – daran hindern, „leuchtende Zeugen der Hoffnung“ zu sein. Wie? Indem wir lieben, beten und uns verschenken lernen. (SM)



