IEF, 15.7.2019 – Das Patriarchat in Moskau unter Patriarch Kyrill initiierte eine breite öffentliche Diskussion über das Lebensrecht Ungeborener. Dazu veröffentlichte die russisch-orthodoxe Kirche auf ihrer offiziellen Website den Entwurf eines neuen Dokuments mit dem Titel “Unverletzlichkeit des Lebens von der Empfängnis an”. Dessen Inhalte werden öffentlich zur Diskussion gestellt, und die Bürger dazu aufgerufen, Stellung zu beziehen.

Wie unter anderem Pro Oriente berichtet, bringe das Dokument wesentliche orthodoxe Standpunkte zu den Grundrechten Ungeborener klar zum Ausdruck: Bereits der menschliche Embryo sei ein vollständiges menschliches Wesen und besitze aus diesem Grunde bereits ein unveräußerliches Recht auf Leben. In dem Entwurf heiße es weiters, dass die orthodoxe Kirche dafür eintrete, die menschlichen Grundrechte des Embryos auch in der staatlichen Gesetzgebung zu verankern. Zugleich werde auch eine gesetzliche Gewissensklausel für Ärzte eingefordert, die es aus christlichen oder ethischen Gewissensgründen ablehnen würden, Abtreibungen durchzuführen.

Im Entwurf werde außerdem betont, dass wissenschaftliche Experimente mit Embryonen grundsätzlich abzulehnen seien. Wörtlich heiße es: „Die Tatsache, dass für Tausende von Embryonen die Möglichkeit der Entwicklung und des Lebens durch Experimente und Tod ersetzt werden, unterminiert die menschliche Würde und das Recht auf Leben“. Es gebe heute keine „aktuellen Gründe“, um die Pränataldiagnostik zur Vermeidung von Erbkrankheiten einzusetzen, heiße es weiter. Denn allzu oft würden die Ergebnisse der Pränataldiagnostik zum Schwangerschaftsabbruch führen. (AMK)

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