IEF, 30.8.2019 – Die Zahl der durch assistierten Suizid bzw. Tötung auf Verlangen getöteten Menschen in den Niederlanden ist erstmals seit 2006 zurückgegangen.

Erstmals seit 2006 ist in den Niederlanden die Zahl der Getöteten durch assistierten Suizid bzw. Tötung auf Verlangen zurückgegangen. Waren es 2017 insgesamt 6.585 Tote, so wurden 2018 6126 Tote verzeichnet (17 Tote pro Tag). Insgesamt gab es in den Niederlanden 153.328 Todesfälle, d.h. rund 4 % starben durch assistierten Suizid bzw. Tötung auf Verlangen. Die weit überwiegende Zahl der getöteten Menschen, hatte Krebs (4013), Parkinson, Multiple Sklerose oder ALS (382), Herzkreislauf-Erkrankungen (231), Lungenkrankheiten (189) oder eine Kombination aus mehreren Krankheiten. Wie das Wiener Bioethikinstitut IMABE berichtet, löste der Rückgang bei den niederländischen Parlamentariern statt Erleichterung Besorgnis aus. Hausärzte würden zunehmend Anfragen von Patienten mit Todeswunsch zurückweisen, so die Sorge. Holländische Medien vermuteten, dass Ärzte zögerlicher in der Umsetzung von Tötungswünschen seien, zumal erstmals eine Ärztin strafrechtlich nach Euthanasie, wie Suizidbeihilfe und Tötung auf Verlangen in den Niederlanden genannt werden, verfolgt werde. Wie das IEF berichtete, wächst außerdem die Kritik an der Ausdehnung der Sterbehilferegelung etwa bei Demenzkranken.

Jedenfalls aber könne noch von keinem nachhaltigen Rückgangstrend gesprochen werden: Die Zahlen aus dem ersten Quartal 2019 seien wieder deutlich höher als im vergangenen Jahr. (TSG)

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