AT / Behinderung: Rot-Grün stimmt ÖVP-Antrag auf Förderung doch zu

IEF, 10.4.2017 – Rot-Grün stimmte einem am 7.4.2017 wiederholt eingebrachten ÖVP-Antrag auf Unterstützung von Kindern mit Down-Syndrom im Wiener Landtag zu.

Wie das Institut für Ehe und Familie (IEF) berichtete, hatte Rot-Grün den Antrag der ÖVP-Gemeinderätinnen Gudrun Kugler und Sabine Schwarz im März 2017 abgelehnt, da der Antrag sich „indirekt aber deutlich gegen die freie Entscheidung zu einem Abbruch“ gestellt hätte. Daraufhin formulierte Kugler den Antrag um und entfernte die Worte ‚Mut zum Kind machen‘“, da dies scheinbar die Worte waren, die irritierten. Mit Erfolg: Der Beschlussantrag wurde einstimmig angenommen.

Betroffene Eltern wünschten sich zu hören, was ihr Kind kann, nicht was es nicht könne, zitiert Kugler in der Presseaussendung nach der Antragsannahme eine Mutter, die selbst jahrelang auf einen Frühförderplatz für ihr Kind wartete. Der Verein Down-Syndrom Österreich verteilt über fast alle Geburtsstationen in ganz Österreich Informationsboxen an frischgebackene Eltern von Babies mit Down-Syndrom. In Wien wird dies vom KAV bis jetzt leider abgelehnt (der Bezug der Infoboxen ist derzeit nur über die Down-Syndrom-Ambulanz und die Kinderherzstation AKH möglich).

„Jetzt muss es darum gehen, die in diesem Antrag enthaltenen Forderungen auch umzusetzen. Es ist höchst an der Zeit, dass Rot-Grün den betroffenen Eltern und Kindern die Unterstützung zukommen lässt, die sie brauchen“, so Kugler. Es gehe schließlich darum, Menschen mit Down-Syndrom mehr Akzeptanz seitens der Politik und der Gesellschaft zukommen zu lassen. Daher müssten betroffene Eltern sowohl in materieller als auch in immaterieller Hinsicht ausreichend unterstützt werden, unterstreicht die Landtagsabgeordnete.

„Ob Menschen mit Down-Syndrom eine vitale Rolle in unserem Leben spielen können, hängt davon ab, welche Perspektiven Frauen und Paare sehen. Und für Perspektiven sind Politik und Gesellschaft jedenfalls mitverantwortlich – jenseits von ideologischen Scheuklappen!”, so Kugler abschließend.

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