GB / Gender: Regierung will an Regeln zum Geschlechtswechsel festhalten

IEF, 05.10.2020 – Entgegen der Absichten der ehemaliger Premierministerin Theresa May plant die Regierung, an den Regeln des Gender Recognition Act festzuhalten.

Die britische Ministerin für Frauen und Gleichstellung Elizabeth „Liz“ Truss hat in einer offiziellen Antwort der Regierung im Rahmen der Beratungen zur Überarbeitung des Gender Recognition Act aus dem Jahr 2004 bekanntgegeben, dass die Regelungen zum Geschlechtswechsel beibehalten werden sollen. Zuvor hatte die ehemalige Premierministerin Theresa May 2017 davon gesprochen, den Geschlechtswechsel auf Basis einer Selbsterklärung einführen zu wollen (das IEF hat berichtet).

Verfahren soll einfacher werden, aber bewährte Regeln bestehen bleiben

So soll das Verfahren zum einen einfacher, schneller und der Antrag zum Geschlechtswechsel digital möglich werden und zum anderen sollen die Kosten wesentlich gesenkt werden, damit „keine Barriere“ mehr durch die Kosten entsteht. Allerdings sollen die seit 2004 bestehenden Regeln für den Geschlechtswechsel bestehen bleiben.

Konkret stellte die Ministerin klar, dass auch weiterhin ein ärztliches Gutachten von einem zugelassenen Experten über das Vorliegen von Genderdysphorie sowie über bisher vorgenommene Behandlungen vorgelegt werden müsse. Darüber hinaus ein Nachweis, dass man bereits zwei Jahre im angestrebten Geschlecht gelebt habe, sowie eine eidesstattliche Erklärung, dass man bis zum Tod in dem Geschlecht zu leben plant. Falls vorhanden braucht es auch weiterhin eine Einwilligung des Ehepartners oder des eingetragenen Lebenspartners.

Wenn diese Punkte erfüllt sind, soll der Antrag weiterhin dem Gender Recognition Panel vorgelegt werden, welches aus vier zugelassenen Ärzten und vier Richtern besteht und über den Antrag entscheidet.

Ministerin setzt sich wiederholt für strenge Regeln ein

Mit der aktuellen Aussendung setzt sich die Ministerin bereits das zweite Mal in kurzer Zeit für die bestehenden Regeln bezüglich eines Geschlechtswechsels ein. Nachdem bereits seit geraumer Zeit Klagen gegen den GIDS (Gender Identification Development Service) der bekannten Londoner Travistock-Klinik laufen (das IEF hat berichtet), hatte sich Truss dafür ausgesprochen, unter 18-Jährige von unumkehrbaren medizinischen Maßnahmen auszuschließen (das IEF hat berichtet). (MM)

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