PT / Lebensende: Portugiesisches Parlament stimmt knapp gegen Legalisierung von Sterbehilfe

30.5.2018, IEF – Gestern kam es im portugiesischen Parlament zur Abstimmung über die Einführung von legaler Sterbehilfe. Das Gesetz wurde mit 116 zu 110 Stimmen abgelehnt. Es gab 4 Enthaltungen.

Wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet stimmten gestern die 230 Abgeordneten der Regierung Portugals über einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Sterbehilfe ab.  In Portugal regiert zurzeit die mitte-links positionierte Partido Social Democrata (PS) in einer Minderheitenregierung gemeinsam mit der Grünen Partei PAN und der linken Partei Coligação Democrática Unitária (CDU). Wie BBC berichtet hätten einige der Abgeordneten der kommunistischen Partei CDU gegen das Gesetz gestimmt und so gemeinsam mit den konservativen Parteien die Einführung der Sterbehilfe verhindert.

Vier Parteien brachten jeweils Gesetzesentwürfe ein, die sich in einigen Punkten voneinander unterschieden. Der Entwurf der PS hätte Sterbehilfe unter medizinischer Begleitung in Fällen von schweren und unheilbaren Krankheiten oder aber stark einschränkenden Leiden ohne Aussicht auf Besserung für legal erklärt, so die Nachrichtenagentur Reuters.

Ärztevereinigung und Demonstranten gegen das Gesetz

Vor der Abstimmung demonstrierten einige hundert Personen vor dem Parlament gegen Sterbehilfe unter dem Slogan “Yes to life, no to euthanasia!” (Ja zum Leben, Nein zu Sterbehilfe) und forderten im gleichen Zug Verstärkungen palliativer Hilfeleistungen, so BBC. Auch die portugisische Ärztevereinigung sprach sich in einer Erklärung die anlässlich der Debatte um Sterbehilfe herausgegeben wurde gegen die Zulassung von Sterbehilfe aus, mit der Begründung, diese würde zutiefst den Prinzipien ihres Berufes verletzen. Sie stelle eine schwerwiegende Verletzung der medizinischen Ethik dar und kein Arzt dürfe dazu genötigt werden, eine solche Handlung vorzunehmen.

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