FR / Gender: Premierminister verbietet Genderschreibweise

IEF, 18.12.2017 – Frankreichs Premierminister Édouard Philippe wies Mitarbeiter der Ministerien an, künftig keine Genderschreibweise mehr zu verwenden.

Wie die Welt und das Nachrichtenportal idea berichten, müssten sich nach den jüngsten Anordnungen des Premierministers die wichtigsten Staatsverwaltungen aus Gründen der Verständlichkeit in Zukunft an die grammatischen und syntaktischen Regeln halten. Dabei gehe es um Begriffe, die im Französischen mit Pünktchen versehen und geschlechtsneutral sind, zum Beispiel Wähler*innen (französisch: député.e.s). Ausgelöst worden sei die aktuelle Debatte in Frankreich durch die Veröffentlichung eines Schulbuchs, das solche genderneutralen Begriffe verwendete. Auch die Académie française (Französische Akademie) – eine Gelehrtengesellschaft zuständig für die Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache – hätte sich bereits gegen den Gebrauch der „inklusiven Sprache“ ausgesprochen.

Gegenüber idea begrüßte der Chefredakteur der Zeitschrift Deutsche Sprachwelt, Thomas Paulwitz die Entscheidung des Premierministers, da die genderneutrale Schreibweise nicht sprechbar seien.  Sie behinderte und verlangsamte das Lesen vielmehr, so Paulwitz. In der Deutschen Schreibweise zählten dazu etwa Genderschreibweisen wie das Binnen-I (zum Beispiel ProfessorIn), der Gender-Unterstrich (Professor_in) oder der Gender-Stern (Professor*in).

Auch das aktuelle Regierungsprogramm Österreichs geht auf die Genderschreibweise ein. So dürfe demnach „gendergerechte Sprache nicht auf Kosten der Verständlichkeit praktiziert werden“.

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