IEF, 09.10.2019 – Am 4. Oktober begann in San Francisco der Prozess gegen David Daleiden vom Center for Medical Progress (CMP), der dem Abtreibungsanbieter Planned Parenthood vorwirft, mit Körperteilen abgetriebener Kinder illegalen Handel betrieben zu haben.

Mitarbeiter des in Irvine, Kalifornien ansässigen CMP hatten im Jahr 2015 mit versteckter Kamera Videos aufgenommen und im Internet veröffentlicht, die Verhandlungsgespräche zwischen – vom CMP engagierten – Schauspielern und leitenden Mitarbeitern von Planned Parenthood Federation of America (PPFA) dokumentieren. Die Schauspieler gaben sich als Mitarbeiter eines Biotech-Start-Ups aus und äußerten Interesse an gut erhaltenen Leichen und Organen abgetriebener Kinder. Die CMP-Video-Aufnahmen legen den Verdacht nahe, dass Planned Parenthood in verbotenen Organhandel verwickelt war und Abtreibungsmethoden so anpasste, dass Körperteile der abgetriebenen Kinder möglichst unversehrt der Forschung zur Verfügung gestellt werden können. Das IEF hat berichtet.

Die Enthüllungen bildeten den Ausgangspunkt für Ermittlungen von Seiten des US-amerikanischen Senats und des Repräsentantenhauses. Die Untersuchungskommissionen der beiden Kammern des US-Kongresses legten im Dezember 2016 ihre Abschlussberichte vor, in denen Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Gewinnung und dem Handel von Körperteilen abgetriebener Kinder festgestellt wurden. Die Untersuchungsergebnisse haben auch die Debatte um die Streichung der staatlichen Mittel für Planned Parenthood (PP) angestoßen.

Nun hat Planned Parenthood (PP) David Daleiden und Susan Merritt vom CMP, die für die verdeckten Videoaufnahmen verantwortlichen waren, wegen 15 verschiedener Delikte, darunter wegen des Missbrauchs von Aufnahmegeräten, der Verletzung der Vertraulichkeit und Hausfriedensbruchs geklagt.

Die Anwälte des CMP argumentieren, dass es sich bei der Arbeit des Centers um verdeckten Journalismus und nicht um eine kriminelle Verschwörung handle. Im Mittelpunkt des Prozesses stehe das Recht der Bürger unethische und illegale Machenschaften großer und einflussreicher Konzerne aufdecken zu dürfen.

Laut The Federalist habe PP im laufenden Verfahren versucht, das Vorbringen von Beweisen zu verhindern, die im Zusammenhang mit dem Handel von Körperteilen, den Lebendgeburten bei Abtreibungen und dem Profit aus verkauften Körperteilen abgetriebener Kinder stünden. Im Zuge der gerichtlichen Voruntersuchung sollen die Mitarbeiter von PP jedoch unter Eid zugegeben haben, dass die Organisation Organe und Gewebe abgetriebener Kinder an Unternehmen verkauft hatte.

Von Klägerseite heißt es dazu, dass PP die Abgabe von Organen und Gewebeteilen abgetriebener Babys nie bestritten hätte. Dies geschehe im Dienst an Wissenschaft und Forschung. Laut kath.net sei jedoch umstritten, ob PP für die Körperteile der abgetriebenen Kinder nur eine Aufwandsentschädigung verlangt oder aus dem Handel Profit geschlagen habe. In Amerika sei nur letzteres illegal.

Wie Kathnet weiter berichtet, ermittelt die Bundespolizeibehörde FBI und das US-Justizministerium derzeit gegen StemExpress, eine US-amerikanische Firma die u.a. fötales und adultes Organgewebe verkauft und gegen PP Northern California wegen des Verdachts auf verbotene Geschäfte mit Organen und Gewebeteilen abgetriebener Kinder.

Eine Entscheidung im Prozess gegen David Daleiden und CMP soll noch im November dieses Jahres gefällt werden. (AH)

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