IEF, 11.09.2019 – Neuer Gedenktag soll mit Blick auf die demographischen Probleme des Landes den Schutz des ungeborenen Lebens betonen.

Wie die Stiftung Pro Oriente berichtet, hat der Heilige Synod der orthodoxen Kirche von Griechenland am 9. Juli 2019 die Einführung eines kirchlichen „Tages des ungeborenen Kindes“ beschlossen. Der Gedenktag soll die Menschen auf die Notwendigkeit des Schutzes ungeborenen Lebens aufmerksam machen und zu einer verstärkten Bewusstseinsbildung helfen. Der Tag des ungeborenen Kindes wird künftig jeweils am ersten Sonntag nach Weihnachten begangen. Das Weihnachtsfest wird in der Orthodoxen Kirche von Griechenland am 25. Dezember gefeiert.

Demographische Krise: Spirituelle Ursachen und praktische Hilfe

Griechenland, in dem Abtreibungen seit 1986 legal sind, stehen große demographische Veränderungen bevor: Lagen vor der Wirtschaftskrise 2008 die Geburtenzahlen bei ca. 140 000 Kindern pro Jahr, belaufen sie sich derzeit auf 80 000. Demgegenüber stehen im gleichen Zeitraum bis zu 150 000 Abtreibungen. Schätzungen der orthodoxen Kirche gehen daher von einem Bevölkerungsrückgang von bis zu einer Million Menschen in nächsten 20 Jahren aus.

2017 hatte Metropolit Ignatios Georgakopoulos von Demetrias bei einem Vortrag über die demographische Krise in Griechenland betont, dass spirituelle Ursachen der Grund des demographischen Problems seien. Konkret nannte er die Kritik an der Institution Familie, die verbreitete „psychologische und intellektuelle Unreife“ in der Gesellschaft, den seit mehreren Generationen bestehenden Wohlstandsanspruch, die Abwertung der Mutter-Rolle und den Relativismus im Hinblick auf den Glauben an Gott als Gründe für die sinkenden Geburtenzahlen.

Dieser Krise versuche die Kirche u.a. durch die Einführung einer Geburtenprämie für das dritte Kind, den freien Zugang zu Kindergartenplätzen in allen Eparchien sowie die Einbeziehung der Eltern in die Organisation der kirchlichen Schulangebote entgegenzuwirken. (LL)

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