VA / Bioethik: Scharfe Kritik von Papst Franziskus an illegalem Organhandel

IEF, 16.02.2017 – Von 7.- 8. Februar fand die von der Päpstlichen Wissenschaftsakademie veranstaltete internationale Konferenz über Organhandel und Transplantations-Tourismus in Rom statt.  Auch der ehemalige stellvertretende Gesundheitsminister Chinas, Huang Jiefu wurde eingeladen. Dieser ist gleichzeitig Direktor von Chinas „Komitee für Organspende“, dem illegaler Organhandel und -transplantation vorgeworfen wird. Insbesondere sollen vor allem chinesischen Häftlingen Organe entnommen worden sein. Die Einladung chinesischer Regierungsvertreter hat daher schon im Vorfeld zu heftigen Protesten geführt. Kurienbischof Marcelo Sanchez Sorondo betonte, dass es darum ginge, die gemeinsamen Kräfte, die sich für einen Wandel einsetzen, zu bündeln. Auch die chinesischen Vertreter zeigten sich für internationale Kooperation bei der Kontrolle des Organhandels offen.

Papst Franziskus selbst äußert sich klar: „Neue Formen der Sklaverei wie Menschen- und Organhandel, Zwangsarbeit und Prostitution sind wahre Verbrechen gegen die Menschheit.“ Ähnlich direkt formulierte es auch die Päpstliche Akademie der Wissenschaft, die im Rahmen der Konferenz ein Elf-Punkte-Programm gegen illegalen Organhandel vorlegte: „Oftmals sehen Spender aufgrund der bitteren Armut keinen anderen Ausweg, als ihre Organe zu verkaufen. In weiterer Folge zahlen die Empfänger immense Summen für die illegal beschafften Organe“. Die Akademie der Wissenschaft verurteilte in ihrer Pressemitteilung dieses Verhalten aufs Schärfste und forderte in ihrer Erklärung, dass Menschen- und Organhandel rechtlich weltweit als Verbrechen geahndet werden müsse. Des Weiteren sollen auch rechtliche und ethische Kontrollmechanismen eingeführt werden, die präventive Wirkung haben und die Verfolgung strafrechtlicher Tatbestände erleichtern.

Die Thematisierung des Menschen- und Organhandels durch die Päpstliche Akademie der Wissenschaften geht auf eine Initiative von Papst Franziskus zurück, der in seinem bisherigen  Pontifikat in einer ähnlichen Konferenz bereits das Thema Zwangsarbeit, Prostitution und Drogen behandeln ließ.

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