AT / Lebensende: ORF bringt “GOTT” von Schirach

IEF, 01.03.2021 – Merckens analysiert Stück in Podcast.

Nach Verschiebung wegen des Terroranschlags bringt der ORF am 04.03. das als TV-Film adaptierte Theaterstück „GOTT“ von Ferdinand von Schirach. ARD und SFR haben das Stück über eine fiktive Anhörung einer Ethikkommission zur Ausgabe eines Suizidpräparats  bereits am 23.11 des vergangenen Jahres ausgestrahlt. Im Anschluss an das Stück wurden die TV-Zuseher aufgefordert, über die Frage abzustimmen, ob dem Proponenten das todbringende Medikament verabreicht werden soll. Im ARD stimmten 70% der Zuschauer mit JA. (Das IEF hat berichtet)

Ausstrahlung im ORF verschoben

Ursprünglich war geplant, dass der TV-Film auch im ORF 2 gesendet wird. Der Österreichische Rundfunk hat aber bereits im Vorfeld angekündigt, keine Publikumsabstimmung durchführen zu wollen. Nach dem Terroranschlag in Wien hat der ORF Anfang November dann außerdem angekündigt, die Ausstrahlung der Eurovisionsproduktion “Gott” auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Ein neuer Sendetermin sollte zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.

Ausstrahlung nach geänderter Rechtslage

Seit November 2021 hat sich die Rechtslage zur Sterbehilfe in Österreich allerdings radikal geändert. Mit seiner Erkenntnis vom 11.12.2020 hat der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) das Verbot der Mitwirkung an der Selbsttötung in Form der Beihilfe als verfassungswidrig aufgehoben. Die neue Rechtslage tritt mit 01.01.2022 in Kraft. Der Gesetzgeber kann bzw. soll Regelungen zur Absicherung der freien Willensentscheidung insbesondere für besonders vulnerable Personengruppen erlassen. Lesen Sie dazu die Analysen von Stephanie Merckens bzw. Teresa Suttner-Gatterburg.

TV-Film beschwört Kontroverse herauf

Die Ausstrahlung und Publikumsabstimmung in Deutschland und der Schweiz lösten bereits im Vorfeld aber auch im Nachhinein heftige Reaktionen aus. Lesen Sie dazu etwa den Offenen Brief  einer Gruppe von Palliativmedizinern und Psychologen und die Replik darauf einer anderen Gruppe von Palliativmediziner und Juristen. Besonders wertvoll in diesem Zusammenhang ist auch der Brief des deutschen Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NASPRO) von September 2020 an den Gesundheitsminister Jens Spahn, da hierin professionell auf die wesentlichen Aspekte im Umgang mit Suizidalität eingegangen wird.

Manipulativ? Podcast analysiert Argumentationslinien

Dr. Stephanie Merckens, Biopolitikerin und Leiterin der Abteilung Politik am Institut für Ehe und Familie (IEF), nahm den TV-Film zum Anlass, um Schirachs Stück im Rahmen eines Podcast-Interviews genauer zu analysieren und seine manipulativen Tendenzen aufzudecken. (StM)

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