IEF, 15.1.2018 – In der ersten Klasse einer Mittelschule in Tirol wurde ohne Absprache mit den Eltern ein Fragebogen mit teils sehr expliziten Fragen zum Sexualverhalten an die Schüler verteilt. Eltern und Experten üben starke Kritik.

Schamverletzende Fragen ohne Wissen der Eltern – Landesschulrat zieht Konsequenzen

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, häuften sich Beschwerden und Kritik, nachdem in einer Mittelschule in Jenbach ein Katalog an Schüler ausgeteilt wurde, der von den Schülern im Anschluss an einige Aufklärungsfilme unter Anleitung der Schulsozialarbeiter ausgefüllt werden sollte. Darin sollten Schüler neben klassischen Fragen nach Geburt und Schwangerschaft auch auf Fragen wie „Muss man nackt ficken?“, „Kann man mit dem Po oder Ohr Sex machen?“ oder „Können Kinder schwul sein?“ antworten.

Der Fragebogen stammt aus dem Aufklärungsbuch „Klär mich auf“ (Katharina von der Gathen, Anke Kuhl), welches bereits ab dem achten Lebensjahr empfohlen wird. Der Landesschulrat regierte prompt auf die Kritik und bezeichnete die Unterrichtsform als „inakzeptabel“. Das Buch stamme aus Deutschland und sei gar nicht für den Unterricht in Österreich vorgesehen, so die Reaktion der Behörde laut der Tiroler Tageszeitung. Auch sei es nicht Aufgabe der Schulsozialarbeiter Aufklärungsunterricht abzuhalten. „Dieser Vorfall [werde] zum Anlass genommen, die Thematik bei der nächsten Konferenz der regionalen Schulaufsicht im März zu behandeln. Mit dem Ziel, dass es keine ähnlichen Vorfälle mehr gibt.“, heißt es in der Reaktion des Landesschulrats Tirol.

Erst vor kurzem berichtete das Institut für Ehe und Familie (IEF) über Beschwerden und politisches Vorgehen gegen eine sexualpädagogische Broschüre für Kindertagesstätten in Berlin. Auch hier nahm man vor allem Anstoß an dem Maß und dem Umfang der Informationen, mit denen Kinder zudem ohne Beisein der Eltern konfrontiert werden sollten. Sehr ähnlich war es auch in diesem Fall.

Englands Kirche thematisiert Gender

In England möchte die katholische Kirche derweil eine Antwort auf die pastoralen Herausforderungen geben, die sich angesichts der Geschlechterdebatte in der Gesellschaft stellen. Wie kath.net berichtet, möchte sich die „British Confraternity of Catholic Clergy“  den Fragen rund um die Themen Geschlecht, Identität und Sexualität stellen. Oftmals werde von kirchlicher Seite abwehrend oder unsicher reagiert, wenn Menschen mit dem Anliegen einer Geschlechtsumwandlung oder Identitätskonflikten in Berührung kommen, so die Bruderschaft. In ihren Ausführungen machen die Kleriker deutlich, dass Leib und Seele eine Einheit seien. Somit müsse einer Person mit Schwierigkeiten in der Annahme der eigenen geschlechtlichen Identität mit viel Verständnis und vor allem mit dem Angebot einer Reflexion der emotionalen und sozialen Faktoren dieses Konfliktes begegnet werden und nicht mit der Ermutigung zur Geschlechtsumwandlung. Erst vor kurzem berichtete das IEF über eine englische Psychologin, die den gesellschaftlichen Druck kritisierte, der oftmals von der Öffentlichkeit ausgeübt werde, wenn Kinder ein Unwohlsein mit dem eigenen Geschlecht äußerten.

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