IEF, 25.04.2019 – Um schwangeren Frauen eine wirklich freie Entscheidung zu ermöglichen, brauche es mehr Informations- und Beratungsangebote sowie einen breiten Pool an Unterstützungsmaßnahmen.

Das Zusammenstellen nötiger Unterstützungsangebote brauche ausreichend Information über die Nöte und Schwierigkeiten von schwangeren Frauen. Aktion Leben bekräftigt und erneuert daher ihre jahrelange Forderung nach einer Statistik und anonymen Motivforschung zu Schwangerschaftsabbrüchen in Österreich. „Wir brauchen Zahlen. Wir müssen Entwicklungen verfolgen können, um präventive Maßnahmen setzen zu können“, so die Generalsekretärin von Aktion Leben, Martina Kronthaler.

Dringend Unterstützung benötigen auch Familien mit behinderten Kindern. Eine tatsächlich freie Entscheidung der Eltern könne nur dann gewährleistet werden, wenn diese die Sicherheit hätten, dass ihnen jede notwendige Unterstützung für ein Leben mit einem Kind – sei es mit oder ohne Behinderung – zukommen würde.

Aktion Leben wünscht sich auch eine Versachlichung der letztens neu entflammten Diskussion rund um Spätabbrüche. „Sobald in Österreich jemand möchte, dass es mehr Transparenz über Schwangerschaftsabbrüche geben soll oder über Spätabbrüche gesprochen werden soll, wird unterstellt, die Fristenregelung sei in Gefahr“, kritisiert Kronthaler. „Damit wird es völlig unmöglich gemacht, sich mit diesen Themen so auseinanderzusetzen, dass die Bedürfnisse aller Betroffenen wahrgenommen werden können.“

Tiroler Jurist und Bioethik-Experte neuer Präsident von Aktion Leben

Strukturell gab es zuletzt Veränderungen bei der seit Jahrzehnten aktiven Lebensschutzbewegung. Bei der 65. Generalversammlung am 13. April 2019 wurde der Tiroler Juristen und Bioethik-Experten, Dr. Johann Hager, zum neuen Präsidenten gewählt. Die bisherige Präsidentin, Dr. Gertraude Steindl, bleibt dem Verein jedoch weiterhin als Erste Vize-Präsidentin erhalten. Zweiter Vize-Präsident wurde Univ.-Prof. Dr. Paul Aiginger. Alle drei stehen bereits seit Jahren im Dienste von Aktion Leben.

Dr. Hager war seit 1988 Vorstandsmitglied und seit Juni 1994 Obmann von Aktion Leben Tirol, wobei er den Aufbau einer eigenen Schwangeren-Beratung in Innsbruck veranlasste. 1994 wurde er auch Mitglied des Vorstands von Aktion Leben Österreich. Im Präsidium übernahm er vor allem die juristischen Angelegenheiten des Vereins und war zuständig für rechtliche Fragen der Bioethik. Während seiner Amtszeit als ehrenamtlicher Präsident möchte sich Dr. Hager vor allem für das Bereitstellen von flächendeckender Beratung und Hilfe für werdende Eltern und das Einführen einer anonymen Statistik zu Schwangerschaftsabbrüchen einsetzten. (AH)

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