IEF, 15.03.2019 – Ein österreichischer und ein portugiesischer Forscher kamen zum Schluss, dass sich Elternschaft positiv auf die Lebenserwartung auswirke – sogar mehr als ein hoher Sozialstatus oder das Einkommen.

Miguel Portela von der Universidade do Minho und Paul Schweinzer von der Universität Klagenfurt werteten dabei Daten des „Office for National Statistics Longitudinal Study“ aus Großbritannien aus. An der britischen Studie sollen 205.277 Personen, die zu Beginn der Datensammlung im Jahre 1971 zwischen 16 und 50 Jahre alt waren, teilgenommen haben.  Für die Jahre zwischen 1971 und 2011 lagen den Forschern Daten zu Alter, Zeitpunkt und Ursache des Todes, Kinder, Familienstand, Beruf und sozialem Status dieser Personen vor.

Portela und Schweinzer kamen bei der Auswertung der Daten zu überraschenden Ergebnissen. So zeigte sich etwa, dass Mütter im Vergleich zu kinderlosen Frauen eine dreifach geringere Wahrscheinlichkeit hatten an Krebs oder einer Herzerkrankung zu sterben. Ähnlich stellte sich die Situation bei Sterberaten aufgrund von Infektionskrankheiten dar. Hier zeigte sich, dass sich das Risiko für Frauen mit Kindern im Vergleich zur jeweiligen Gesamtpopulation um mehr als die Hälfte verringerte.

Bei Männern waren die positiven Auswirkungen der Elternschaft etwas geringer, aber nichtsdestotrotz vorhanden. Etwas anders verhielten sich die Ergebnisse beim Familienstand. Hier waren verheiratete Männer zum Teil in größerer Gefahr an Krebs und Herzerkrankungen zu sterben als unverheiratete. Insgesamt fanden die Forscher heraus, dass die Ehe je nach Krankheit mit einer positiven oder negativen Sterbekorrelation einherging.

Am meisten hat die Forscher die Erkenntnis beeindruckt, dass das Vorhandensein von Kindern einen noch positiveren Effekt auf die Lebenserwartung aufwies, als hoher Sozialstatus, hohes Einkommen, Wohnungs- oder Hauseigentum und alle anderen untersuchten Variablen. (AH)

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