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AT / Erziehung: Ab 2020 haben alle Schulen mindestens eine Woche Herbstferien

IEF, 21.2.2019 – Am Mittwoch hat der Ministerrat einheitliche Herbstferien für alle Schulen beschlossen: Ab Herbst 2020 haben Schülerinnen und Schüler österreichweit von 26. Oktober bis 2. November frei.

Damit setzt die Regierung ein von ihr lang angekündigtes Projekt um und beendet einen jahrzehntelange Konflikt rund um die Regelung der freien Tage im Herbst.

Herbstferien: Eine Woche bis 10 Tage frei

Es wurden allerdings keine zusätzlichen Ferientage geschaffen, sondern bestehende „umgeschichtet“. So sind ab dem Schuljahr 2020/21 die Dienstage nach Ostern und Pfingsten nicht mehr schulfrei; außerdem werden je nach Lage der Tage im Herbst ein bis drei der schulautonomen Tage für die Herbstferien verbraucht. Insgesamt haben die Kinder damit mindestens eine Woche frei – so etwa im Herbst 2021, wo die Ferien von Dienstag, 26. 10. bis Dienstag, 2.11. laufen – oder sogar länger – etwa im Herbst 2020, wo direkt vor dem Start der Ferien ein Wochenende liegt und damit insgesamt 10 Tage frei sind (von Samstag, 24.10. bis Montag, 2.11.).

Einheitliche Regelung soll Eltern Ferienplanung erleichtern

Mit der nun im Ministerrat beschlossenen Regelung wird eine langjährige Diskussion abgeschlossen. Viele Eltern hatten darunter gelitten, dass die einzelnen Schulen die ihnen zur Verfügung stehenden schulautonomen Tage unterschiedlich einsetzten und damit nicht jede Schule zur gleichen Zeit frei hatte. Bildungsminister Heinz Faßmann betonte, dass mit der Maßnahme bei gleichbleibender Zahl der schulfreien Tage die Vereinbarkeit von Schule, Beruf und Familie gefördert würde. Auch für die Gemeinden als Schulerhalter bringe die neue Regelung eine Vereinfachung; sie könnten nun besser eine Ferienbetreuung organisieren.

Hintergrund Herbstferien: Pro und Contra

Österreich folgt mit der Einführung offizieller Herbstferien der Mehrheit der EU-Staaten – bislang gab es solche bereits in 21 EU-Staaten. Ursprünglich eingeführt wurden diese in vielen Ländern aus profanen Gründen, nämlich weil Erntezeit war. Die jetzige Regelung ist allerdings ebenfalls nicht unumstritten, liest man aus den zahlreichen Kommentaren in unterschiedliche Medien: Manche meinen, die Herbstferien würden die Kinder, die gerade erst ins Schuljahr gestartet sind, zu schnell wieder aus dem Unterrichts-Alltag heraus reißen – während andere wiederum betonen, wie wichtig eine Pause in der langen Zeit zwischen September und Weihnachten wäre. Außerdem wurden bereits Bedenken laut, dass es keine ausreichenden Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gibt, deren Eltern sich nicht freinehmen können oder wollen. Was die Fenstertage zwischen Christi Himmelfahrt und Fronleichnam betrifft, lag es schon bisher im Entscheidungsspielraum der Schule, diese frei zu geben oder eben nicht. Da es insgesamt je nach Schulform vier bis fünf schulautonome Tage gibt, scheint sich daran nichts geändert zu haben. (ER)

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