IEF, 4.11.2019 – Erzbischof Lackner lenkt in den Tagen von Allerheiligen und Allerseelen den Blick auf die Zuversicht und Hoffnung, die uns der Glaube schenkt: “Wenn wir dieser Tage an die Gräber unserer Lieben gehen, dann tun wir etwas vermeintlich Unbegreifliches: Wir stehen am Grab – und reden vom Leben, von einem ewigen Leben in Gott. Die Blumen und Gestecke, mit denen wir die Gräber gestalten sind dabei nicht bloßer Schmuck – sie zeugen zugleich von dieser Lebendigkeit, sind sichtbares Zeichen unserer Hoffnung.

Den Tod als Teil unseres irdischen Daseins anzunehmen fällt verständlicherweise nicht immer leicht; vor allem dann nicht, wenn Menschen unerwartet aus dem Leben gerissen werden. Ich denke da zum Beispiel an Eltern, die Kinder und Sternenkinder zu Grabe tragen müssen; deren Freude über ein neues Leben der Trauer weichen musste. Dieses Jahr möchte ich vor allem euch, liebe Eltern und Angehörige, in mein Gebet einschließen.

Der Tod ist immer Kontingenz-Erfahrung. Er konfrontiert uns mit dem Gefühl, nicht alles unter Kontrolle zu haben, nicht über alles bestimmen zu können. Gerade Anfang und Ende des Lebens liegen nicht in unserer Hand; sie sind Brückenmomente zu Gott, der uns – darauf dürfen wir vertrauen – in diesen Momenten an der Hand nimmt und ins Leben hinein und auch wieder hinausbegleitet. Trotz großer Trauer liegt eine tiefe Freiheit in dieser Hoffnung und Zuversicht: einen lieben Verstorbenen und irgendwann auch einmal uns selbst, dieser unendlichen Liebe Gottes anzuvertrauen. Wir können gewiss sein: In Freude und Trauer sind wir nicht allein. Und im gemeinsamen Stehen an den Gräbern sind auch wir uns gegenseitig Stütze – was uns eint ist die Hoffnung auf Leben und eine letzte Gerechtigkeit.”

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