IEF, 27.02.2019 – Bereits seit Monaten sammelt die Bürgerinitiative #Fairändern Unterschriften, doch erst die Behandlung im Petitionsausschuss des Nationalrates brachte der Initiative mediale Aufmerksamkeit.

#Fairändern betreibt seit Monaten eine rege Kampagne für den Ausbau von Beratungs- und Unterstützungsangeboten von Schwangeren und das Abschaffen der eugenischen Indikation (das IEF hat berichtet). Bis dato haben bereits über 60.000 Personen ihre Unterschrift unter die Forderungen der Bürgerinitiative gesetzt, darunter auch politische Vertreter vieler Parteien. Erst kürzlich stellte sich unter anderem die SPÖ-Abgeordnete zum steirischen Landtag und ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Helga Ahrer sowie der EU-Abgeordnete Lukas Mandl (ÖVP) hinter die Forderungen der Bürgerinitiative.

In den Mittelpunkt der Medien gerückt wurde #Fairändern jedoch vor allem durch die Opposition im Rahmen der Behandlung im Petitionsausschuss und durch die vom Frauenvolksbegehren organisierte Gegenoffensive #keinenMillimeter. Wie der Standard berichtet, riefen Politikerinnen und Frauenrechtlerinnen bei einer eigens gegen #Fairändern angesetzten Pressekonferenz dazu auf, nicht an den reproduktiven Rechten und dem Recht auf Selbstbestimmung der Frau zu rütteln.

Das Thema ließ letztendlich auch die österreichischen Medien nicht kalt und so kamen in zahlreichen Artikeln (Der Standard, Die Presse, Kurier etc.) sowohl Kritiker als auch Befürworter der Initiative zu Wort. Während die einen befürchten, #Fairändern sei der erster Schritt in Richtung Aufweichung und Einschränkung der Fristenlösung, halten es die anderen für einen unhaltbaren Zustand, dass Kinder allein aufgrund einer höchst wahrscheinlichen schweren Beeinträchtigung bis zur Geburt abgetrieben werden können.

So ist für die evangelische Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser die “embryopathischen Indikation” (= eugenische Indikation) laut Kathpress eine “moralisch unzulässige Bewertung behinderten Lebens”. Sie spricht sich daher für die Einschränkung der Spätabtreibung auf die “medizinische Indikation auf Seiten der Mutter” nach deutschem Vorbild aus. Der Abtreibungsarzt Christian Fiala meint in den Vorarlberger Nachrichten andererseits, dass sich die Zahl der Spätabbrüche in Deutschland nach der Abschaffung der eugenischen Indikation nicht verringert habe, sondern die Frauen nun als Grund für den Spätabbruch die medizinische Indikation angeben würden. Dem tritt die Plattform Christdemokratie in einem Blogbeitrag entgegen und führt als Beweis statistische Daten aus Deutschland an, laut denen die Zahl der Abtreibungen aufgrund von eugenischer Indikation mit stetig abnehmender Tendenz eindeutig gesunken sei.

Zahlreiche Vereine und Organisationen wie die Österreichische Evangelische Allianz , die Katholische Aktion, der Katholische Familienverband, die Freien Christengemeinden Österreichs und das Institut für Ehe und Familie unterstützen in ihren Presseaussendungen und Stellungnahmen die Forderungen von #Fairändern.

Am 22. Februar endete die offizielle Verlängerungsphase der Unterschriftensammlung von #Fairändern in der print-Version. Die Bürgerinitiative kann aber weiterhin online unterzeichnet werden.

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