IEF, 6.5.2019 –  Eine englische Stiftung arbeitet seit fast 30 Jahren daran, ihnen gemeldete kinderpornografische Inhalte aus dem Netz zu entfernen. Nie hatten sie dabei so viel zu tun wie im letzten Jahr.

Die Internet Watch Foundation (IWF) ist eine Stiftung, die illegale Inhalte aus dem Internet entfernt, vor allem Kinderpornographie. Inhalte können bei IWF gemeldet werden und die Mitarbeiter der Stiftung setzten sich dann dafür ein, dass diese aus dem Netz entfernt werden. Dafür arbeitet die Stiftung mit zahlreichen Partnern wie Microsoft, Apple oder anderen Internetanbietern zusammen. Laut Eigenangaben habe die Arbeit der Stiftung dazu geführt, dass kinderpornografische Inhalte aus dem Netz im Vereinigten Königreich fast gänzlich verschwunden sind. Jährlich veröffentlicht die Stiftung eine Übersicht über ihre Aktivitäten – das Jahr 2018 ist dabei besonders auffällig. Im Report 2018 zeigt IWF auf, dass mit 105.047 Meldungen mehr als doppelt so viele Webpages mit kinderpornografischen Inhalten gemeldet wurden als im Vorjahr (78.589). Allein am Dienstag, den 27. November, wurden 2.057 verifizierte Meldungen eingereicht, die höchste Anzahl an einem Tag seit Beginn der Arbeit der Stiftung. Die meisten Meldungen kamen an diesem Tag aus den Niederlanden (1.331). Danach kommen mit großem Abstand die USA, Canada und Russland. Diese Zahlen decken sich auch mit der Ganzjahresstatistik. Daraus geht hervor, dass fast 50% der Meldungen von kinderpornografischen Inhalten auf Homepages aus den Niederlanden zurückgehen. Weit dahinter kommen die USA mit 12,8%, Russland mit 11,8% und die Slowakei mit 11,004%.

Trends in 2018

2018 fielen insbesondere zwei Trends auf. Zum einen zeigte sich in den angezeigten Inhalten, dass die an Kindern verübte sexuelle Gewalt umso härter war, je jünger die Kinder in den Darstellungen waren. Zudem stieg im Vergleich zum Vorjahr der Anteil an 11- 15-Jährigen in den Darstellungen stark an. Die Inhalte schienen dabei oft von Webcams aufgezeichnet worden zu sein und wurden dann online gestellt.

Umso wichtiger sei es für Eltern, sich zu vergewissern, wo sich ihre Kinder im Internet bewegen und mit ihnen in ständigem Gespräch darüber zu bleiben. Auch vermeintlich sichere Plattformen wie beispielsweise Youtube-Kids werden von Erwachsenen benutzt, um sich auf sexuell missbräuchliche Weise Kindern zu nähern, wie das Institut für Ehe und Familie bereits berichtete. Ähnliches gilt laut BBC-Berichten auch für andere Apps, die besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind, wie beispielsweise die App TikTok oder Musical.ly. (LK)

Drucken