IEF, 19.09.2019 – Die Liste enthält Informationen zu Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen, die Abtreibungen durchführen. Sie ist eine Reaktion auf die Anfang des Jahres vom Bundestag beschlossene Neuregelung zum Werbeverbot für Abtreibung.

Im Februar hatten sich die Regierungsparteien in Deutschland nach einer langen emotionalen Debatte auf einen Kompromiss in Bezug auf das Werbeverbot für Abtreibung geeinigt. Das IEF hat berichtet. Der § 219a StGB wurde um einen zusätzlichen Absatz ergänzt, der es Ärzten, Krankenhäusern oder Einrichtungen erlaubt über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren. Damals wurde auch die Bundesärztekammer (BÄK) mit der Erstellung einer zentralen Informationsliste beauftragt, die auch Angaben über die jeweils angewendete Abtreibungsmethode enthält.

Die Liste befindet sich seit dem Start des Registrierungsverfahrens am 29. Juli 2019 im Aufbau und wird kontinuierlich aktualisiert. Innerhalb von fünf Wochen haben sich nach Angaben der Bundesärztekammer 215 Ärzte aus allen Bundesländern in die Liste eintragen lassen. Die Liste kann auf der Seite der Bundesärztekammer und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) abgerufen werden und enthält eine Suchfunktion nach Postleitzahl und Ort.

Laut der Lippischen Landes-Zeitung würden Mediziner die bisherigen Eintragungen in die Liste als kaum ausreichend kritisieren. In Deutschland gäbe es insgesamt ca. 1.200 Ärzte, die Abtreibungen durchführen. Der Beratungsstelle „Pro Familia” zufolge hätten die meisten jedoch aufgrund der gesellschaftlichen Kritik und Stigmatisierung Angst, sich in eine zentrale und öffentliche Liste eintragen zu lassen. (AH)

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