DE_AT / Reproduktionsmedizin: Kritische Filmanalyse des österreichischen Films „Future Baby“

IEF, 28.6.2017 – Der bereits 2016 ins Kino gekommene Dokumentarfilm „Future Baby“ der österreichischen Regisseurin Maria Arlamovsky wurde vergangenen Dienstag auf 3sat gezeigt. Die  Ausstrahlung nahm die FAZ Journalistin Julia Bähr zum Anlass, um mit der filmischen Aufarbeitung des Themas Fortpflanzungstechnik ins Gericht zu gehen. Die Regisseurin Arlamovsky wollte im Film „Future Baby“ „erkunden, wohin uns diese rasanten Entwicklungen der Reproduktionsmedizin, Genetik und Geburtenkontrolle führen“.  Dem Film zugrunde liegt ihre Frage: „Ich denke, wir sollten dringend beginnen, uns Fragen zu stellen – wie weit wollen wir eigentlich gehen?“

Aber behandelt der Film wirklich die großen ethischen Fragen der Reproduktionsmedizin und deren Folgen auf Menschen und Gesellschaft? Die Journalistin Bähr fühlt sich nach dem Film „ratlos zurückgelassen“. Im Film kämen zwar viele Betroffene wie etwa Auftraggebereltern, Eizellspenderinnen, Spenderkinder und Ärzte zu Wort. Wenn es aber dann um die großen Fragen wie „Darf man nicht ganz gesunde Embryos aussortieren? Darf man Geschlecht und Augenfarbe aussuchen? Wem gehören die eingefrorenen Spermien toter Spender? Bedeutet ein Kinderwunsch, dass man um jeden Preis ein Kind will?“, warte man als Zuschauer vergeblich auf wertvolle Erkenntnisgewinne. Bähr kritisiert, dass Arlamovsky „jeweils nur Schlaglichter auf die Gesprächspartner“ wirft und niemand über einen längeren Zeitraum begleitet würde.

„Es lohnt sich trotzdem, den Film zu sehen“, empfiehlt Dr. Stephanie Merckens vom Institut für Ehe und Familie (IEF). Wie die Journalistin Bähr ist auch Merckens der Meinung, dass man sich von „Future Baby“ keine Antworten erwarten dürfe, dennoch zeige die Dokumentation Bilder und Situationen, die die ethische und menschliche Problematik der Fortpflanzungstechnologie und -industrie ans Licht transportiere. Der Film mache die Thematik und auch die Problematik einem breiteren Publikum zugänglich. Ein wichtiger erster Schritt, wie Merckens meint, der uns aber nicht die Aufgabe abnehme, selbst Position und wohl auch Grenzen zu ziehen.

Online kann „Future Baby“ derzeit hier angesehen werden.

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