IEF, 30.8.2019 – Eine aktuelle Analyse im Fachportal JAMA Network identifizierte Krebserkrankungen als häufigsten Grund für Inanspruchnahme von ärztlich assistiertem Suizid in den US-Bundesstaaten Oregon und Washington. Insgesamt steige die Inanspruchnahme von ärztlich assistiertem Suizid.

„Zielgruppe“ von assistiertem Suizid in USA: Krebserkrankt, gebildet und europäischer Herkunft

Untersucht wurden mehr als 3000 Fälle von ärztlich assistiertem Suizid in Oregon und Washington. Drei von vier Patienten, die von Ärzten Medikamente zur Selbsttötung erhalten hatten, machten Gebrauch davon.  76,4 Prozent der Patienten litten an einer Krebserkrankung. An zweiter Stelle standen mit 10,2 Prozent neurologische Erkrankungen. Es folgten Lungenerkrankungen mit einem Anteil von 5,6 Prozent, Herzerkrankungen mit 4,6 Prozent und sonstige Erkrankungen (3,0 Prozent).

51 % der Patienten waren männlich und 72,4 % über 65 Jahre alt. Während in Washington rund 58 % und in Oregon rund 67 % der Bevölkerung europäische Wurzeln haben, hatten 94,8 % der Suizidenten europäische Wurzeln. 71,5 % hatte einen Collegeabschluss und 88,5 % waren krankenversichert.

Als häufigste Motive wurden der Verlust der Autonomie (87,4 %), eine verminderte Lebensqualität (86,1 %) und der Verlust der Würde (68,6 %) angegeben.

Durchschnittlich fielen die Patienten nach der Einnahme des tödlichen Medikaments nach fünf Minuten ins Koma und starben nach 25 Minuten. In einem Fall fiel der Patient erst nach 660 Minuten (entspricht 11 Stunden) ins Koma. Der längste Zeitraum bis zur Feststellung des Todes betrug 6.240 Minuten (entspricht 104 Stunden/ ca. 8,5 Tage). Acht Patienten erlangten während des Komas noch einmal das Bewusstsein. (TSG)

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