J.K. Rowling löst mit Aussagen Empörung bei Transpersonen aus
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GB / Gender: J.K. Rowling bringt Trans-Personen gegen sich auf

IEF, 25.06.2020 – Die Autorin der Harry Potter Bücher hat mit einem Tweet international für Aufruhr gesorgt.

Die britische Autorin J. K. Rowling, die durch ihre Harry Potter Bücher international Bekanntschaft erlangte, hat durch einen Beitrag auf der Onlineplattform Twitter für Diskussionen zur Transsexualität gesorgt und sieht sich seitdem erneut harter Kritik, vor allem von Seiten von Transaktivisten, ausgesetzt.

Äußerung zu einem Artikel zur Covid-19 Behandlung löste Beschimpfungswelle aus

Rowling kommentierte einen Artikel unter dem Titel „Eine gerechtere Welt nach Covid-19 für Menschen, die menstruieren, schaffen“ mit dem ironischen Hinweis, dass es für diese Menschen früher einen Begriff gab und spielte auf das Wort „Frauen“ an. Schnell begann eine Diskussion unter ihrem Tweet, in deren Verlauf die Autorin sich mehrfach wüsten Beleidigungen ausgesetzt sah, unter anderem dem wiederholten Vorwurf, dass sie eine „TERF“ (Trans Exclusionary Radical Feminist) sei, also eine Transpersonen ausschließende radikale Feministin.

Den Vorwurf, dass sie durch ihre Aussage Transmänner (Frauen, die als Mann leben) diskriminiere, wollte Rowling nicht gelten lassen und verteidigte ihre Aussage in mehreren nachfolgenden Tweets, in denen sie gegen eine Abschaffung des binären Geschlechtsbegriffs argumentierte. Diese Aussagen heizten die Debatte allerdings nur weiter an und führten bis zu Gewaltandrohungen und der mehrfachen Ankündigung, ihre Bücher verbrennen zu wollen.

Autorin begründet ihre Position in einem eigenen Beitrag

Die Autorin wandte sich daraufhin in einem längeren, emotionalen Beitrag auf ihrer Homepage an die Öffentlichkeit und berichtete von ihren Recherchen zum Thema Transsexualität und vielen Gesprächen mit betroffenen Personen. In fünf Punkten begründete sie ihre Position und verwies besonders darauf, dass Kinder häufig betroffen seien und teilweise in einen Geschlechtswechsel hineingedrängt würden. Sie verwies dabei unter anderem auf die Probleme in der Britischen Travistock Klinik, die in Großbritannien Behandlungen an Kindern durchführt (das IEF hat berichtet).

Intensiv ging Rowling dabei auf das Thema Frauenrechte und gleichgeschlechtliche Schutzräume ein. So berichtete sie das erste Mal davon, dass sie in ihrer ersten Ehe Opfer von häuslicher Gewalt geworden war und beschrieb den Einfluss dieser traumatischen Ereignisse. Sie drückte ihre große Sorge darüber aus, dass Personen per Erklärung ihr Geschlecht ändern könnten und dann Schutzräume für Frauen verwenden dürften. Die britische Boulevardzeitung „The Sun“ nutzte dies als Aufhänger um in einem Artikel ihren ehemaligen Mann zu interviewen, der zugab, sie geschlagen zu haben, dies aber immer noch nicht bereute.

Unterdessen berichtete The Guardian in einem Artikel, dass mehrere Autoren aufgrund der Aussagen von Rowling ihre Agentur verlassen hätten, weil sie sich nicht sicher wären, dass ihre Rechte in allen Aspekten unterstützt würden, da die Agentur sich weigerte, in einem Statement Transgenderrechte einzufordern.

Rowling gerät in einen bereits länger laufenden Konflikt

Die britische Autorin hat mit ihrer Aussage Stellung in einem bereits seit geraumer Zeit laufenden Konflikt zwischen Transaktivisten und Feministinnen bezogen. Neben der Sorge um die Sicherheit von Frauen in Bereichen wie Umkleiden, Toiletten usw. geht es dabei auch um die Teilnahme an Wettbewerben im Frauensport. Zuletzt war der Konflikt auch in der britischen Labourpartei offen ausgebrochen (das IEF hat berichtet). (MM)

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