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IE / Pro-Life: Google will Werbung rund um Abtreibungsreferendum blocken

IEF, 22.5.2018 –  Die irische Datenschutzbeauftragte ist besorgt, dass Werbung in den sozialen Medien zu unangemessener Beeinflussung des Abtreibungsreferendums am 25.5.2018 führen könnte. Google und Facebook sagten Kooperation zu.

Referendum über Legalisierung von Abtreibung

Wie das Institut für Ehe und Familie (IEF) bereits berichtete, geht es beim geplanten Referendum um die Abschaffung des 8. Artikel der irischen Verfassung, der bisher das gleiche Recht auf Leben von Mutter und ungeborenen Kind vorsieht. Auf dieser Grundlage ist Abtreibung in Irland bislang nur möglich, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Während der irische Regierungschef Leo Varadkar über Twitter für ein Ja zur Legalisierung von Abtreibung plädierte, betonen Irlands Erzbischöfe der anglikanischen Kirche von Irland umso vehementer ihre Ablehnung und die „heilige Würde“ jedes menschlichen Lebens, einschließlich dem vor der Geburt.

Gefahr der Manipulation durch bezahlte Werbung

Wenige Wochen vor dem Referendum, äußert sich die irische Datenschutzbeauftragte Helen Dixon besorgt zu der möglichen Einflussnahme, die individuell geschaltete Werbung von Einzelpersonen oder Gruppen der Pro-Life und Pro-Choice Bewegungen haben könnten.

Es gäbe zudem keinerlei rechtliche Handhabe, die die gezielte Beeinflussung durch das Schalten von Werbung etwa auf Facebook verbiete, so Senator Michael McDowell. Dass beide Gruppen bereits versuchten, durch Werbung etwa auf Facebook ihre Position im gesellschaftlichen Diskurs zu untermauern, zeigten die bereits dafür investierten Mittel. So wurde laut McDowel bislang von beiden Gruppen Werbung in Höhe von insgesamt ca. 1 Million € geschaltet.

Facebook und Google sagen Kooperation zu

Dixon fürchtet deshalb die Manipulation von Bürgern durch die Werbung und die Inhalte, die ihnen unfreiwillig und eventuell ohne dass sie es wollten dargeboten werden. Facebook sagte bereits seine Kooperation zu, um zu vermeiden, dass das Netzwerk auf unangemessene Art und Weise benutzt wird, das Referendum zu beeinflussen. Dazu soll ein Tool entwickelt werden, das Nutzern von Facebook sichtbar macht, welche Inhalte von welcher Organisation dargeboten werden. Schließlich sagte Facebook laut der New York Times sogar zu, soweit möglich überhaupt jede Werbung zum Referendum zu blocken, um so auch die Einflussnahme nicht-irischer Lobbygruppen etwa aus Nordamerika zu vermeiden. Dort stehen Pro-Life und Pro-Choice Gruppen in einem tiefen und andauernden Konflikt.

Laut BBC News soll sich auch Google diesem Vorgehen angeschlossen haben, womit auch die zu Google gehörende Videoplattform Youtube mitumfasst ist.

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