IEF, 18.12.2018 – Nachdem die von einem chinesischen Wissenschaftler behauptete erste Geburt genmanipulierter Zwillinge für großes Aufsehen gesorgt hat, beruft nun WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ein Expertengremium in Genf ein.

Wie bereits vom Institut für Ehe und Familie (IEF) berichtet hat der chinesische Forscher He Jiankui auf YouTube verkündet, er habe durch Anwendung der Genschere Crispr/Cas9 Embryonen genomeditiert, um sie gegen HI-Viren resistent zu machen. Die Abwesenheit authentischer Beweise sowie die unkonventionelle Veröffentlichung seiner Forschung rief unter anderen Forschern Skepsis und große Kritik hervor.

Wie der Standard berichtet, verlautbarte die Weltgesundheitsorganisation (WHO), eine Genom-Manipulation an Keimzellen als Therapie bei Krankheiten nicht von vorneherein ausschließen zu wollen. Das berufene Expertengremium solle alle Aspekte der umstrittenen Technik untersuchen um klare Richtlinien festlegen zu können, so Ghebreyesus Anfang Dezember in Genf.

„Genom-Editierung wirft ethische, soziale und Sicherheitsfragen auf“, so Ghebreyesus. „Es ist gut, wenn Experten sich hinsetzen und sich aller Fragen annehmen, um zu sehen, wie die Methode eingesetzt werden kann.“ Primär wird zu klären sein, ob eine solche Methode überhaupt in Erwägung gezogen werden soll. Der Chef der WHO erklärt seine Vorgehensweise: „Wir müssen sehr vorsichtig sein. Wir können Genommanipulierung nicht anfangen, ohne ein Verständnis für mögliche unbeabsichtigten Konsequenzen.“

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