IEF, 14.01.2018 – Dass Überlebensprognosen zudem sehr ungenau ausfallen können, zeigt das Beispiel von Tim. Der Deutsche hat seine eigene Abtreibung überlebt und starb erst kürzlich nach 21 (statt den prognostizierten 2) glücklichen Jahren bei seinen Pflegeeltern.

Mit weltweit 41 Millionen ist Schwangerschaftsabbruch Todesursache Nr. 1

Laut Worldometers waren die Abtreibungszahlen 2018 höher, als die Zahl aller an Krebs, Malaria, HIV/AIDS, durch Zigaretten und Alkohol, sowie bei Verkehrsunfällen Verstorbenen insgesamt. Damit ist der Schwangerschaftsabbruch zur traurigen Todesursache Nr. 1 geworden.

Worldometers stellt verschiedene Kennzahlen in Echtzeit zur Verfügung, darunter auch Zahlen im Zusammenhang mit Weltbevölkerung, Gesundheit und Umwelt. Diese basieren auf Schätzungen und Statistiken von renommierten, öffentlichen Organisationen. Dazu gehören unter anderem die Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation oder der Internationale Währungsfonds.

Aus den Zahlen lässt sich unter anderem errechnen, dass im Jahr 2018 knapp ein Viertel aller Schwangerschaften mit einem Schwangerschaftsabbruch endeten und damit auf 33 Lebendgeburten 10 Abtreibungen entfielen.

Tim nach 21 Jahren kürzlich verstorben

Vor 21 Jahren hätte auch Tim nach einer Downsyndrom-Diagnose in der 25. Schwangerschaftswoche abgetrieben werden sollen. Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet, sterben Kinder bei einer Spätabtreibung (nach Verstreichen der 14. Schwangerschaftswoche) durch die Verabreichung von Medikamenten während oder kurz nach der Geburt. Tim musste nach seiner misslungenen Abtreibung jedoch in ein Handtuch gewickelt ganze neun Stunden ums Überleben kämpfen, bis ihm medizinische Versorgung gewährleistet wurde. Wie bereits während der Schwangerschaft festgestellt wurde, war Tim aufgrund eines Chromosomenfehlers behindert. Dadurch, dass er nach der Geburt einige Stunden unterversorgt war, erlitt Tim aber noch weitere Behinderungen. Dazu zählen unter anderem eine starke Fußfehlstellung, Autismus und Sprechschwierigkeiten. Aus ärztlicher Sicht wurden Tim maximal zwei Jahre Lebensdauer prognostiziert. Nachdem der Junge, aber von einer Pflegefamilie aufgenommen wurde, lebte er ganze 21 Jahre. Für die Pflegeeltern waren das 21 „superglückliche, schöne Jahre“.

Tims Schicksal ist leider kein Einzelfall. Es kommt immer wieder vor, dass Kinder ihre eigene Abtreibung überleben und dann oft stundenlang, zum Sterben allein liegengelassen werden. Letztens wurde ein derartiger Vorfall in Argentinien bekannt. Wie Live Action News berichtet, hätte das Kind im fünften Schwangerschaftsmonat abgetrieben werden sollen. Nachdem der Bub wider Erwarten lebend auf die Welt kam, ging das medizinische Personal davon aus, dass er aufgrund seines geringen Alters bald sterben würde. Einige der Krankenschwestern berichten jedoch, dass das Kind noch fast 10 Stunden lang nach der Geburt am Leben war. Das Krankenhauspersonal sei von dem Vorfall so erschüttert gewesen, dass gleich sieben Ärzte die Gewissensklausel für zukünftige Abtreibungen geltend gemacht haben sollen.

Spätabbruch behinderter Kinder ist Menschen oft nicht bewusst

Vielen Menschen, die grundsätzlich „pro choice“ sind, ist nicht bewusst, was die Legalisierung der Abtreibung tatsächlich bedeutet. So führte eine Pro-Life Organisation in Irland, in dem seit 1.1.2019 die Abtreibung unter bestimmten Umständen erlaubt ist, eine Straßenumfrage durch, bei der sich herausstellte, dass sich viele der interviewten Personen nicht darüber im Klaren waren, dass das neue irische Abtreibungsgesetz unter anderem eine Abtreibung von behinderten Kinder bis zur Geburt erlaube. Hier ein Link zum Video mit den geführten Interviews.

CSU möchte Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland senken

Einer der Ärzte der argentinischen Klinik meinte nach dem oben geschilderten Vorfall die Abtreibung sei kompliziert und schwierig und lasse alle im Unrecht. Dass dies keine Einzelmeinung ist, zeigt der Anfang dieses Jahres von der CSU gefasste Beschluss, in dem die Partei klar stellt, die Zahl der Abtreibungen in Deutschland verringern zu wollen. Man wolle Frauen, die über eine Abtreibung nachdenken, „in einer Zeit der schweren Gewissensentscheidung bestmöglich unterstützen und gleichzeitig alles dafür tun, ungeborenes Leben zu schützen“. In dem während der Klausurtagung am 5. Jänner 2019 erarbeiteten Grundsatzpapier heißt es weiter: „Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in  Deutschland ist nach wie vor zu hoch. Das wollen wir ändern und ein umfassendes Maßnahmenpaket schnüren, um Frauen in Schwangerschaft-Konfliktsituationen stärker zu unterstützen, damit sich wieder mehr ungewollt Schwangere zur Weitergabe des Lebens entscheiden.“ Zudem soll eine wissenschaftliche Studie zu den konkreten Motiven und Lebenssituationen von Frauen, die sich für einen  Abtreibungseingriff entscheiden, sowie zu den  physischen, psychischen und sozialen Folgen von Abtreibungsentscheidungen in Auftrag gegeben werden, um auf dieser Basis die Prävention und Hilfsangebote zu verbessern. (AH)

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