IEF, 25.7.2018 – In Israel ist Leihmutterschaft für heterosexuelle Paare bereits seit längerem erlaubt. Mit der nunmehr beschlossenen Gesetzesänderung wird es laut Medienberichten auch ledigen Frauen möglich sein, sich von einer anderen Frau ein Kind austragen zu lassen. Homosexuelle Paare soll diese Möglichkeit aber weiter verboten bleiben. Dies löste in der vergangenen Woche mehrere Gegendemonstrationen der LGBT Lobby aus.

Laut Medienberichten richtet sich der Unmut der Massen vor allem gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der ursprünglich zugesagt hatte, einem Gesetz zuzustimmen, das Leihmutterschaft auch für homosexuelle Männer ermöglicht. Offenbar setzte sich der konservative Koalitionspartner jedoch durch und das Gesetz wurde in der vorliegenden Form beschlossen. Laut der Online-Zeitung The Jerusalem Post bekräftigte Netanjahu nach der Parlamentssitzung, dass er weiterhin daran interessiert sei, die Praxis der Leihmutterschaft auch für alleinstehende Männer zu öffnen.

Für Österreich ist diese Entwicklung insofern relevant, als dass eine Begründung des Verbots von Leihmutterschaft bloß für homosexuelle Paare angesichts der bisherigen Judikatur zur Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung kaum darstellbar scheint, meint dazu Dr. Stephanie Merckens vom Institut für Ehe und Familie (IEF). Leihmutterschaft ist zudem eine Praxis die per se höchst strittig ist, führt sie doch jedes Mal zu einem Handel mit Kindern und in den überwiegenden Fällen zur Ausbeutung von Frauen, erinnert Merckens. In Österreich hat sich aus diesem Grund auch die Schwulenintiative HOSI schon mehrmals gegen Leihmutterschaft ausgesprochen und unterstützt auch die überparteiliche Initiative STOPPT LEIHMUTTERSCHAFT, die ein globales Verbot dieser Praxis fordert.

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