US / Gender: Idaho verbietet das Ändern der Geschlechtseintragung in Geburtsurkunden

IEF, 01.04.2020 – Der Gouverneur von Idaho unterschrieb ein Gesetz, dass ein nachträgliches Ändern der Geschlechtseintragung in Geburtsurkunden verbietet.

Wie CNN berichtet hat der Gouverneur von Idaho Brad Little am 30.3. zwei Gesetze unterschrieben, die sich mit Transsexualität befassen. In der House Bill 500 wird geregelt, dass nur Frauen an Wettkämpfen im Frauensport teilnehmen dürfen und keine Personen männlichen Geschlechts. Als Beweis dafür dient im Streitfall eine Untersuchung der „reproduktiven Anatomie, des Erbguts, oder des Spiegels des körpereigenen Testosterons“.

Geschlecht darf in der Geburtsurkunde nicht mehr nachträglich geändert werden

Mit dem zweiten Gesetz, der House Bill 509, wird verboten, dass Transgenderpersonen eine neue Geburtsurkunde ausgestellt bekommen, in der die Geschlechtseintragung auf ihre Genderidentität geändert ist. Das Gesetz ist eine Reaktion auf das Urteil eines Gerichts des Staates Idaho, dass die vorherige Regelung aufgehoben hat. Allerdings soll eine Änderung der Eintragung bis zu einem Jahr nach der Geburt möglich sein.

Die Reglung wird damit begründet, dass „das biologische Geschlecht eine objektive Kategorie ist, die offensichtliche, unveränderliche und unterscheidbare Merkmale aufweist“ und daher das Geschlecht, dass bei der Geburt eines Kindes festgestellt wird, für genaue Statistiken herangezogen werde.

Vielfältige Gründe für genaue Statistiken

An diesen Statistiken mit „akkuraten, quantitativen, biologiebasierten Material“, bestehe ein großes Interesse, da die Informationen aus den Geburtsurkunden fundamental für die Arbeit der Regierung in den Bereichen Sicherheit und Gesundheitswesen seien. Das Gesetz würde dabei helfen die bisherigen Statistiken zu schärfen und bessere „geschlechtsspezifische medizinische Behandlungen, Leistungen und Gesetze zur Verfügung zu stellen“.

Für dieses Vorgehen erntet Gouverneur Little scharfe Kritik von der American Civil Liberties Union (ALCU) aus Idaho. Die NGO beklagt, dass damit „diskriminierende, verfassungswidrige und tief-verletzende Gesetzesvorschläge“ zu Recht würden. Ein Vorwurf, der an der republikanischen Abgeordnete Julienne Young, die das Gesetzesvorhaben vorgestellt hat, abprallt. In einem Interview gegenüber The Hill meint Young: Es sei besser „korrekt zu sein, als politisch korrekt“. Insbesondere, wenn Menschenleben involviert sind.

Empfehlungen der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt in Österreich

In Österreich hat die Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt zu dieser Problematik im Rahmen einer Stellungnahme zum Thema „Intersexualität und Transidentität“ im Jahr 2017 vorgeschlagen, eine spätere Änderung des Geschlechtseintrags in Geburtsurkunden zu ermöglichen. (MM)

Weiterführende Artikel

Print Friendly, PDF & Email