BE / Reproduktionsmedizin: Genom nach künstlicher Befruchtung instabiler

IEF, 20.10.2017 – Einer neuen belgischen Studie an Holsteinischen Rindern zufolge weisen Embryonen nach künstlichen Befruchtungsmaßnahmen im Vergleich zu natürlich gezeugten signifikant höhere Instabilitäten im Genom auf. So wiesen 70 bis 85 Prozent der Embryonen, die auf reproduktionsmedizinischem Wege gezeugt wurden, eine chromosomale Anomalie auf,  während bei natürlich gezeugten Embryonen nur 20 Prozent betroffen waren.

Laut Deutschem Ärzteblatt hatte sich eine Arbeitsgruppe um Joris Robert Vermeesch, Humangenetiker an der Universität Leuven in Belgien, zusammen mit einem interna­tionalen Forscherteam der Frage nach Unterschieden von genetischer Instabilität nach künstlicher beziehungsweise natürlicher Zeugung an Tieren beschäftigt. Die Autoren wiesen zwar darauf hin, dass ein solches Tiermodell nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen werden könne, dennoch ließen die Ergebnisse angesichts fehlender Vergleichsuntersuchungen am Menschen den Schluss zu, dass zu den Komplikationen einer künstlichen Zeugung auch eine erhöhte Rate genetischer Aberrationen zähle. Dieser Ansatz ist insbesondere deswegen so interessant, da immer noch nicht ausreichend erklärt werden konnte, warum die sogenannte Baby-Take-Home-Rate – also jene Zahl, die angibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit Kinderwunschpaare nach einer künstlichen Befruchtung tatsächlich mit einem Kind nach Hause gehen können – weiterhin bloß zwischen 19 und 28 Prozent liegt.

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