AT / Familie: Fünf Jahre „Netzwerk Familie“ in Niederösterreich

IEF, 05.10.2020 – Die Unterstützung junger Familien in prekären Lebenssituationen ist das Ziel der „tut gut“- Initiative „Netzwerk Familie“.

Beim 5-Jahres-Jubiläum zieht das „Netzwerk Familie“ gemeinsam mit NÖ-Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP) positive Bilanz: rund 270 Familien im Raum Krems, St.Pölten und Tulln haben die Familienbegleiterinnen von „Netzwerk Familie“ in den vergangenen fünf Jahren betreut. Knapp 90 weitere Familien profitierten von Kurzberatungen, zeigt sich Eichtinger erfreut. Er möchte das Angebot künftig weiter ausbauen. Internationale Studien bestätigen, dass sich gesundheitsfördernde Maßnahmen in der frühen Kindheit besonders gut dazu eignen, einen wesentlichen Grundstein für eine gesunde Entwicklung zu legen,“ so Eichtinger.

Rückhalt und Unterstützung für junge Familien

„Schwangere und Familien mit kleinen Kindern stünden oft vor großen Herausforderungen, sei es durch unterschiedlichste Belastungen für die psychische oder körperliche Gesundheit, ein fehlendes soziales Netz oder eine schwierige finanzielle Lage,“ erklärt „tut gut“-Geschäftsführerin Alexandra Pernsteiner-Kappl. „Die Familienbegleiterinnen helfen Familien in herausfordernden Situationen, die richtigen Anlaufstellen in der Region zu finden, und tragen somit dazu bei, die Lebensumstände für das Aufwachsen der Kinder zu verbessern,“ so Pernsteiner-Kappl. Frühzeitiges Erkennen sowie Erreichen von Familien in belastenden Lebenssituationen seien wesentliche Faktoren, um das Fördern einer sicheren Eltern-Kind-Beziehung und einer guten, gesunden Entwicklung der Kinder zu ermöglichen und Familie zu stärken.

Individuelle bedürfnisorientierte Begleitung der Familie

Das Angebot gibt es bis zum dritten Geburtstag des Kindes. Der Betreuungszeitraum ist unterschiedlich und reicht von wenigen Stunden bis durchschnittlich einem halben Jahr. „Die Familienbegleitungen sind vielfältig und jede Familie einzigartig. Aber alle betreuten Familien haben eines gemeinsam: Sie befinden sich in schwierigen und oft sehr herausfordernden Situationen und wollen den Kindern nur eines bieten: Die besten Startbedingungen“, erklärt Berit Illich-Gugler, Programmleiterin von „Netzwerk Familie“ bei „tut gut“. „Netzwerk Familie“ sei ein Dreh-und Angelpunkt, um Familien wieder mehr Mut zu geben, um herausfordernde Situationen zu meistern.

Kooperation mit Netzwerkpartnerinnen

Vermittelt wird das Hilfsangebot unter anderem von Netzwerkpartnerinnen wie der in St. Pölten niedergelassenen Gynäkologin Dr. Sigrid Schmidl-Amann. Wenn bei einem Patientengespräch z.B. mit einer Schwangeren in ihrer Praxis klar wird, dass es diverse Belastungen und Zukunftsängste gibt, dann ist sie froh, an die „tut gut“- Familienbegleiterinnen verweisen zu können. „Durch den niederschwelligen Zugang fällt es den Betroffenen oft leichter, die Hilfe auch anzunehmen“, freut sich Schmidl-Amann.

„Frühe Hilfen-Angebot“ soll weiter ausgebaut werden

Mit der Bundesgesundheitsagentur ist die Finanzierung dieses „Frühe Hilfen-Angebots“, das als Maßnahme im Rahmen der österreichweiten Vorsorgestrategie läuft, bis Ende nächsten Jahres sichergestellt. Laut NÖ-Landesrat Martin Eichtinger sei ein Ausbau des Angebots auf ganz NÖ geplant. Derzeit werden Betroffene aus anderen Regionen laut Eichtinger telefonisch beraten und an Organisationen vor Ort vermittelt. (DP)

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