DE / Abtreibung: Frau mit Down-Syndrom konfrontiert Merkel mit der Thematik Spätabbruch

IEF, 13.9.2017 – Eine junge Frau mit Down-Syndrom saß im Publikum der ARD-Livesendung „Wahlarena“ und stellte an Kanzlerin Angela Merkel vergangenen Montag eine berührende Frage:

„Meine Kollegen und ich fragen Sie, Frau Merkel, wie stehen Sie zum Thema Spätabbruch? Wieso darf man Babys mit Down-Syndrom bis kurz vor der Geburt noch abtreiben? Ich finde es politisch nicht gut. Dieses Thema ist mir wichtig. Ich will nicht abgetrieben werden, sondern auf der Welt bleiben“, sagte die junge Frau unter lautem Applaus.

Merkel reagierte sichtlich gerührt und antwortete zunächst persönlich: „Ich bin in der DDR aufgewachsen auf einem Gelände, wo geistig behinderte Kinder waren. Da gab es überhaupt keine Förderung, da gab es gar nichts. Und das ist einer der großen Vorteile der Deutschen Einheit, dass man heute an Ihnen sieht, was man mit Förderung, guter Betreuung und Bildung machen kann.“ Viele Eltern hätten Angst vor dem Leben mit einem behinderten Kind und wüssten wenig über die Förderungsmöglichkeiten, so die CDU-Politikerin. Sie verwies auf die Einführung einer verpflichtenden Beratung und Bedenkzeit vor einem möglichen Schwangerschaftsabbruch und betont, dass es „unglaublich schwer gewesen ist, dafür eine Mehrheit zu bekommen“.

„Es steckt so viel an Fähigkeiten und Möglichkeiten in jedem Menschen und jeder kann auch etwas beitragen und deshalb Danke, dass Sie heute hier sind“, sagte Merkel an die junge Frau gewandt und fragte nach der Kölner Caritas-Einrichtung, in der die junge Frau arbeitet: „Vielleicht schaue ich mal vorbei.“ Die 18-Jährige Natalie Dedreux aus Köln arbeitet in einem Café der Caritas und als Redakteurin bei „Ohrenkuss“, einem Magazin von Menschen mit Down-Syndrom.

Zum Nachschauen (ab Min. 22,22).

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