CA / Pro-Life: Ferienjobanbieter müssen Abtreibung befürworten – Kirchen wehren sich

IEF, 15.2.2018 –  Bereits im Dezember änderte die kanadische Regierung die Bedingungen für Organisationen, die Schülern über die Ferien Arbeitsmöglichkeiten anbieten. Sie müssen dadurch beispielsweise dem legalen und sicheren Zugang auf Abtreibung zustimmen.

Das „Canadian Summer Jobs“- Programm ist ein beliebtes Angebot für Schüler, über das verschiedene Firmen, Organisationen oder auch religiöse Gruppen Schülern Arbeitsmöglichkeiten über die Sommerferien anbieten können. Das Programm gewährt Teilnehmern Lohnzuschüsse, um Arbeitsplätze für Schüler und Studenten schaffen zu können. Nun hat jedoch die verantwortliche Abteilung der kanadischen Regierung für „Employment and social Development“ die Bedingungen für Organisationen, die Jobangebote zur Verfügung stellen, geändert. So müssten künftig „sowohl die Tätigkeit selbst, als auch der Grundauftrag der jeweiligen Organisation die jedem Menschen zustehenden Rechte (…) gemäß der Canadian Charter of Rights and Freedom“ entsprechen. Dies beinhalte u.a. das Recht auf „Diskriminierungsfreiheit aus Gründen von Geschlecht, Religion, Rasse, Nationalität, Behinderung, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität“ sowie die Bejahung „des Rechtes von Frauen auf den Zugang zu sicheren und legalen Abtreibung“.

Im Januar meldeten sich bereits verschiedene Religionsgemeinschaften in Kanada zu Wort, unter anderem auch die kanadische Bischofskonferenz. Sie sehen die Forderungen der Regierung als einen direkten Verstoß gegen das Recht auf freie Religionsausübung, das ebenfalls durch die oben erwähnten Canadian Charter of Rights and Freedom geschützt wird. Laut der kanadischen Bischofskonferenz sähen verschiedene Glaubensgemeinschaften die Themen Abtreibung, sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und deren Ausdruck als Grundfragen jedes Menschen an. Dadurch käme diesen große ethische, moralische, soziale und persönliche Bedeutung zu, die letztlich auf die Würde jedes Menschen verweisen würden. Mit der Vorgabe, die die kanadische Regierung nun vorgibt, „wird direkt das Recht auf freie Ausübung und der Lehre der eigenen religiösen Prinzipien und Werte in der Öffentlichkeit eingeschränkt,“ so die Bischöfe in ihrer Stellungnahme.

Neben dem ganz grundsätzlichen Verstoß gegen das Recht auf freie Religionsausübung sehen die Bischöfe auch noch andere negative Konsequenzen auf Kirche und Gesellschaft zukommen, wenn die aktualisierten Anforderungen so bestehen bleiben würden. Vermutlich könnten zahlreiche Sommercamps nicht mehr stattfinden sowie auch andere Angebote von Non-Profit-Organisationen und verschiedene Ausbildungsangebote nicht mehr weiter fortbestehen, weil sie eben nicht den entsprechenden Anforderungen genügen könnten und damit die Lohnzuschüsse durch den Staat ausbleiben würden. Viele könnten sich wohl dann nicht mehr leisten, Beschäftigungsangebote zu stellen. Damit würde nicht nur die Möglichkeit für viele Jugendliche und Schüler verloren gehen, sich in den ihnen entsprechenden Bereichen engagieren zu können. Vielmehr würden auch die „Stimmen der Glaubensgemeinschaften in der kanadischen Gesellschaft in der Teilnahme am öffentlichen Diskurs immer mehr beschränkt“ werden.

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