AT / Bildung: Familienverband Wien begrüßt Deutschförderklassen

IEF, 20.4.2018 – Der Katholische Familienverband Wien begrüßte in einer Presseaussendung das von Unterrichtsminister Faßmann angedachte Modell der Deutschförderklassen und reagiert scharf auf das „Nein“ der Wiener Stadtregierung.

„Sinnvoller Unterricht, der allen Schülern etwas bringt, ist nur mit ausreichenden Deutschkenntnissen möglich. Daher stehen wir hier hinter den Plänen des Unterrichtsministers“, hält Barbara Fruhwürth, Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes Wien, der Ablehnung der Deutschförderklassen seitens der Wiener Stadtregierung entgegen.

Ab dem Schuljahr 2018/19 soll das neue Modell schrittweise eingeführt werden. Dafür sollen zunächst alle Kinder, denen bei der Schuleinschreibung Deutschmängel attestiert wurden, einen einheitlichen standardisierten Test machen. Ergebe dieser, dass dem Unterricht nicht ausreichend gefolgt werden kann, werde das Kind als sogenannter außerordentlicher Schüler eingestuft und komme in eine eigene Deutschförderklasse. Dort soll dann in 15 bis 20 Wochenstunden nach eigenem Lehrplan Deutsch unterrichtet werden – für Gegenstände wie Zeichnen, Musik oder Turnen sollen die Kinder altersgemäß den normalen Regelklassen zugeteilt werden.

Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) kritisiert u.a., dass die Schüler durch extra Klassen aus ihren Klassengemeinschaften gerissen werden würden. Die Kritik kann Fruwürth nicht nachvollziehen und meint dazu: „Die Pläne von Unterrichtsminister Faßmann müssen genau angesehen werden. Darin ist sehr wohl ein gemeinsamer Unterricht in einigen Fächern angedacht. Dadurch bleibt die Klassengemeinschaft bestehen.“ Was die vermehrten Ressourcen für die Deutschförderklassen betreffe, sei für den Familienverband klar, dass die Stadtregierung diese vom Bund einfordern müsse.

Das Projekt Deutschförderklassen sei laut Familienverband Wien eine „pädagogisch sinnvolle Maßnahme, die die Integration erleichtert und die berufliche Zukunft der betroffenen Schüler verbessert“.

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