AT / Familie: Studie bestätigt enorme „wirtschaftliche“ Wirkung von Investitionen in Mutter-Kind-Einrichtungen

IEF, 31.10.2017 – Kolping Österreich hat in seiner Presseaussendung vom 25.10.2017 die Ergebnisse einer „Social Return on Investment“-Analyse der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) seiner Mutter-Kind-Einrichtungen („MUKI“) bekanntgegeben: Jeder in diese Einrichtungen investierte Euro schaffe einen mehr als fünffachen Nutzen, was der errechnete SROI-Wert von 5,1 belege.  Beziehe man laut Autoren alle positiven Auswirkungen über die gesamte Lebenszeit der Begünstigten mit ein, läge der Wert sogar bei 21,4.

MUKI in Wien ist „auf dem richtigen Weg“

In Wien gibt es zwei Kolping-Mutter-Kind-Einrichtungen, die alleinerziehenden Müttern mit ihren Kindern, die von Obdachlosigkeit und verschiedenen sozialen Problemen (Verschuldung, Armut, Gewalt) betroffen sind, ein Zuhause auf Zeit bieten. In den Zentren sollen sie einen Wohnplatz finden und Unterstützung und Betreuung durch diplomierte Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen erfahren, um so ihre schwierige Lebenssituation zu bewältigen und ihre Selbständigkeit wieder zu erlangen. Die Ergebnisse der WU-Studie zeigten für Kolping Präsidentin Christine Leopold in „messbaren Werten, dass wir mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg sind.“ Ziel aller Kolpingarbeit sei es nämlich, Menschen auf dem Weg in ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben zu unterstützen.

Mütter und Kinder profitieren am meisten

Laut Studienergebnissen profitierten in erster Linie Mütter und deren Kinder von Mutter-Kind-Einrichtungen. Aber insbesondere hätte auch die öffentliche Hand einen großen Nutzen, da sie durch die präventive und begleitende Arbeit der Kolping-Projekte massiv finanzielle Mittel einsparen könnte. Durch die Zahlen sei nachweislich feststellbar, dass durch den sicheren Wohnplatz und die Begleitung durch Fachpersonal für die Mütter eine Stabilisierung der Lebenssituation eintrete. Bei den Kindern würden sich nicht nur die schulischen Leistungen verbessern, sondern auch ihr Gesundheitszustand. Besonders positiv wurde in der Studie das Zusammenleben der Mütter und Kinder mit älteren, zum Teil pflegebedürftigen Menschen in den beiden Kolpinghäusern „Gemeinsam leben“ hervorgehoben. Laut Kolping Österreich sei diese Wohnform in Österreich bislang einzigartig, aber mit durchweg positiven Synergieeffekten:  sie verbinde Generationen und biete allen Bewohnern Vorteile, da sie in dieser Konstellation ihre sozialen Kompetenzen stärken und lernen könnten, sich besser zu vernetzen.

Weiteres erfolgreiches Angebot „für einen guten Start ins Leben“

Dr. Katharina Kruppa, Kinderärztin und Psychotherapeutin, die das Projekt „grow together – für einen guten Start ins Leben“ mitinitiiert hat und inhaltlich leitet, kann die Ergebnisse der Studie gegenüber dem Institut für Ehe und Familie (IEF) bestätigen. SROI-Werte wurden zu einem früheren Zeitpunkt bereits für das Projekt grow together ermittelt. Hier konnten die Wissenschaftler der WU sogar einen SROI-Wert von 22,04 ermitteln, was bedeute, dass jeder in das Projekt investierte Euro einen monetarisierten Gegenwert von 22,04 Euro schuf. Kruppa verweist in Hinblick auf den wirtschaftlichen Wert von Investitionen in die frühe Kindheit auf die Ergebnisse des US-Nobelpreisträgers James Heckmann, der u.a. belegen konnte, wie groß die (ökonomischen) Effekte von frühkindlicher Förderung sein können. Der Verein grow together bietet langfristige intensive Begleitung und Psychotherapie für belastete Familien mit Säuglingen von der 25. Schwangerschaftswoche bis zum vollendeten 3. Lebensjahr an. Der Verein will Mütter und Eltern, die sich bereits in der Schwangerschaft in einer sehr schwierigen Lebenssituation befinden (z.B. Armut, Gewalterfahrung, Traumatisierung, Suchtproblematik) dabei unterstützen, dass ihre Kinder bei ihnen in einem liebevollen und entwicklungsfördernden Umfeld aufwachsen können. Gerade weil die Zeit um die Geburt jene Phase sei, in der tiefgreifende und nachhaltige Veränderungen für Familien in schwierigen Lebenssituationen bei intensiver und langfristiger Begleitung möglich werden, setzt grow together ganz bewusst bei der Unterstützung in der frühen Kindheit an, so Kruppa.

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