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DE / Pro Life: Deutsche „Woche für das Leben“ eröffnete am 14. April in Trier mit einem ökumenischen Gottesdienst

IEF, 25.4.2018 – Das Motto der diesjährigen bundesweiten Woche für das Leben in Deutschland lautet „Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!“ und ist vor allem dem Thema Schwangerschaft und Pränataldiagnostik gewidmet.

Am Eröffnungsgottesdienst nahmen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, teil. Beide erinnerten während der Gottesdienstfeier daran, dass „Gott ein Freund des Lebens ist“ und dass der Schutz des Lebens, das die Christen als ein  Geschenk Gottes betrachten, einen besonderen Stellenwert hat. Kardinal Marx wies auch auf das von Papst Franziskus Anfang der Woche veröffentlichte Apostolischen Schreiben „Gaudete et exsultate“ hin, in dem es heißt: „Die Verteidigung des ungeborenen unschuldigen Lebens zum Beispiel muss klar, fest und leidenschaftlich sein, weil hier die Würde des menschlichen Lebens, das immer heilig ist, auf dem Spiel steht und es die Liebe zu jeder Person unabhängig von ihrer Entwicklungsstufe verlangt“.

Dem Eröffnungsgottesdienst folgten zahlreiche Veranstaltungen zum Jahresthema „Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!“, im Rahmen derer die ethischen, medizinischen und sozialen Implikationen sowie die vielschichtigen Fragen, die die heutigen Methoden der Pränataldiagnostik aufwerfen, erörtern werden sollten. Im Mittelpunkt stand auch die Frage nach dem Wert des Lebens mit Behinderung, in einer Zeit, in der aufgrund des gesellschaftlichen „Perfektionsdrucks“ ein behindertes Kind oft als Zumutung für Eltern und Gesellschaft empfunden wird. Dabei wurde auf den Zwiespalt im Umgang mit Behinderung hingewiesen. Einerseits wird zumindest medial großer Wert auf Inklusion von behinderten Menschen gelegt, andererseits will man die Geburt eines behinderten Kindes mit allen Mitteln verhindern. Der Bundesverband Lebensrecht fordert im Rahmen der Aktion daher eine Inklusion auch schon vor der Geburt nach dem Motto „Lebensrecht geht nur ganz.“

In diese Thematik spielt auch die in Deutschland im Moment geführte Debatte bezüglich der Finanzierung eines Bluttests zur Früherkennung des Downsyndroms in der neunten Schwangerschaftswoche durch die Krankenkassen hinein. Da bei diesem Praena-Test kein direkter Bezug zu therapeutischen Maßnahmen erkennbar ist, besteht die Gefahr, dass Frauen und Paare, die einen beunruhigenden Befund erhalten, sich aufgrund des gesellschaftlichen Drucks für eine Abtreibung entscheiden.

Umso mehr versucht die Kirche ihre Stimme für die Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderung und den umfassenden Lebensschutz einzusetzen. In diesem Zusammenhang kann auch auf eine aktuelle Video-Botschaft des Kölner Erzbischofs Rainer Kardinal Woelki verwiesen werden, in dem er sich „gerne als radikaler Lebensschützer“ deklariert.

Die „Woche für das Leben“ wurde 1991 von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken gestartet. Seit 1994 wird die Aktion gemeinsam mit dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland durchgeführt und gilt dem Schutz und der Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende.

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