IEF, 13.02.2019 – Im Rahmen des Kompromisses zum Werbeverbot für Abtreibungen wurden dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zusätzliche Haushaltsmittel für die Durchführung der Studie zugesichert.

Wie die Zeitschrift „Bild am Sonntag“ berichtet, sollen gemäß dem Bundeskabinettsbeschluss insgesamt fünf Millionen Euro für die Durchführung der Studie in den Jahren 2020 bis 2023 aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt werden.

Während derselben Kabinettssitzung letzte Woche wurde auch die Novellierung des Paragrafen §219a beschlossen, die eine Erweiterung des Informationsangebotes in Bezug auf Abtreibungen vorsieht. Das IEF hat berichtet.

Die Opposition reagiert empört über Spahns Vorhaben und die zugebilligten Haushaltsmittel. Die FDP, Linke und Grüne halten die Studie für überflüssig, wie „Vatican News“ berichtet. Nicole Bauer, frauenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, meint psychische Folgen von Abtreibungen seien bereits seit Jahren ausführlich und umfassend untersucht. Weitere Studien seien daher unnötig. Für den SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post sei es “ein Skandal, für solchen Unsinn Millionen auszugeben”, wie die „Frankfurter Allgemeine“ berichtet. Auch die Sprecherin der Linken, Cornelia Möhring würde sich laut der „Tagespost“ wünschen, dass die Regierung die Rechte von Frauen stärkt, anstatt “der Argumentation der Abtreibungsgegner” zu folgen.

Ganz anders sieht es der CSU-Gesundheitspolitiker, Stephan Pilsinger. Er betrachtet die geplante Studie als einen „großer Erfolg, für die vielen Frauen, die von dem lange aus ideologischen Gründen verharmlosten Post-Abortion-Syndrom betroffen sind”. In einem Kommentar in der „Welt“ heiß es ebenfalls, dass es bei mehr als 100.000 Abtreibungen pro Jahr in Deutschland gut investiertes Geld sei, herausfinden zu wollen, ob es Frauen gibt, die aufgrund von durchgeführten Abtreibungen leiden und wenn ja, wie man ihnen helfen könne.

Auch die evangelische Nachrichtenagentur “Idea” berichtet in dem Zusammenhang von Experten, laut denen Frauen teilweise über Jahre hinweg keine adäquate psychotherapeutische Behandlung erfahren würden, da in der Therapie nicht über die Abtreibung als mögliche Ursache von psychischen Leiden gesprochen werde. Viele Ärzte würden das „Post Abortion Syndrome“ gar nicht kennen oder es nicht ernst nehmen, meint dazu etwa die Ärztin und Psychotherapeutin Angelika Pokropp-Hippen. Zahlreiche Frauen würden nach einer Abtreibung jedoch unter psychosomatischen Störungen, wie Antriebs-, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, starken Stimmungsschwankungen, einem verminderten Selbstwertgefühl, Panikattacken bis hin zu Selbstmordgedanken, leiden. Bei manchen würden die Symptome erst Jahre später, manchmal im Zusammenhang mit einer erneuten Schwangerschaft, auftreten. (AH)

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