IEF, 18.03.2020 – Das neuartige Coronavirus hält seit einigen Wochen die ganze Welt in Atem. Zum Welt-Down-Syndrom Tag gingen wir daher der Frage nach, ob Menschen mit Down Syndrom vor zusätzlichen Herausforderungen stehen.

Am 21. März 2020 jährt sich der Welt-Down-Syndrom Tag zum 15. Mal. Das Datum ist dabei nicht zufällig gewählt worden: bei Menschen mit Down-Syndrom ist das 21. Chromosom 3-fach vorhanden. Zu diesem Anlass wurden in allen Bundesländern Veranstaltungen organisiert, wie etwa eine große Heilige Messe am 22. März im Wiener Stephansdom mit Dompfarrer Toni Faber unter dem Motto „Gott sieht auf das Herz“. Aufgrund der Corona-Situation und auf Anordnung der österreichischen Bundesregierung mussten nun alle Veranstaltungen im März in Österreich verschoben oder abgesagt werden.

Die gute Nachricht: Keine besonderen Risiken für Menschen mit Down-Syndrom.

Sylvia Andrich, Obfrau von Down-Syndrom Österreich und Mutter eines 13-jährigen Mädchens mit Down-Syndrom, bestätigte gegenüber dem IEF: Für Menschen mit Down Syndrom gelte dasselbe wie bei allen anderen: Hygienemaßnahmen und Abstand halten. Sonst müsse man auf nichts Spezielles aufpassen. „Dem Kind die ganze Situation verständlich und bewusster zu machen, ist da eher die Herausforderung“, so Andrich. Man müsse dem Kind genau erklären, wieso es jetzt nicht mehr in die Schule gehen kann und wieso es keine Angst zu haben braucht. Eine Darstellung des ORF oder ein Video der Stadt Wien könnten hier als Hilfestellung dienen Das bestätigen auch die Experten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Der AGES-Webseite ist zu entnehmen, dass zur Risikogruppe vor allem Menschen ab 60 Jahren und jene mit Vorerkrankungen wie etwa Lungenerkrankungen, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, Krebs, Bluthochdruck oder Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen, zählen. Außerdem finden sich dort Antworten auf häufige Fragen und Tipps, wie man sich vor dem Virus schützen kann.

Immunsystem mit Besonderheiten

Der Deutsche Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Gerhard Hammersen weist in einer Mitteilung des Deutschen Down-Syndrom Infocenter darauf hin, dass das Immunsystem von Menschen mit Down-Syndrom eine Reihe von Besonderheiten aufweise. „Die Infektabwehr und immunologische Antwort auf Infektionen kann im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung etwas schwächer ausfallen“. Als Folge davon könne es bei Kindern mit Down-Syndrom länger dauern, bis sie eine Infektion überwunden haben. Gesicherte Ergebnisse gebe es aber noch nicht, jedoch wisse man, dass Infektionen mit Coronaviren bei Kindern insgesamt relativ selten auftreten und meist milde verlaufen, so Hammersen.

Eltern von Kindern mit Down Syndrom können daher beruhigt sein – Down Syndrom gilt nicht als „Vorerkrankung“. Viel eher gilt das, was für alle gilt: Hände gut waschen, mind. 1m Abstand zu anderen halten und versuchen, so viel wie möglich zuhause zu bleiben, um eine Verbreitung bestmöglich zu verhindern. (TS)

print